Bärin "Mashutka" muss nie wieder kämpfen

Ein langer Leidensweg hat ein Ende gefunden: Am Donnerstag ist es der Tierschutzorganisation Vier Pfoten gelungen, eine arme Bärin zu befreien.
Die etwa 13-jährige Braunbärin "Mashutka" kannte nur Gitterstäbe und Misshandlungen, bevor sie am Donnerstag in der Ukraine von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten befreit und in den Bärenwald Domazhyr nahe Lemberg gebracht wurde.

Das Tier war regelmäßig auf Jagdstationen nahe Kiew als Kampfbärin missbraucht worden. Sie vegetierte in einem winzigen Käfig vor sich hin und durfte ihn nur zu einem einzigen Zweck verlassen: um in der sogenannten "Bärenhetze" gegen Jagdhunde zu "kämpfen". Zu Trainingszwecken werden die Hunde dabei auf Bären gehetzt, um sie für die Jagd zu trainieren, doch wehren können sich die Bären in der Regel kaum.

Grausame Praktik

"Bärenhetze ist eine grausame Praktik, bei der die Bären angebunden sind, mit Seilen oder Ketten kontrolliert werden und sich kaum gegen die Hundeattacken wehren können. Obwohl Bärenkämpfe offiziell verboten sind, gibt es für die Veranstalter rechtliche Schlupflöcher", erklärt Carsten Hertwig, Bärenexperte bei Vier Pfoten, in einer Aussendung.

"Mashutka" ist sie abgemagert und hat aufgrund mangelnder Bewegung viel zu wenig Muskulatur aufgebaut. Bei der Untersuchung habe er jeden ihrer Knochen gespürt, erklärte Tierarzt Dr. med. vet. Frank Göritz vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Bären, die in so furchtbaren Verhältnissen leben wie "Mashutka", halten keinen Winterschlaf, und in ihrem Zustand würde die Bärin den auch niemals überleben. Sie muss nun gut gepflegt und aufgepäppelt werden.

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Vier Pfoten vermutet, dass "Mashutka" schon seit jungen Jahren auf Jagdstationen für Bärenkämpfe missbraucht wurde. Die Organisation hegt nach Gesprächen mit ihrem Besitzer auch den Verdacht, dass siw als Bärenjunges dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Yushchenko gehört haben könnte. Angeblich kam sie als Geburtstagsgeschenk in seinen Besitz.

Das neue Zuhause

"Mashutkas" neue Heimat ist der Bärenwald in der Nähe der ukrainischen Stadt Lemberg. Die erste Bauphase ist seit kurzem abgeschlossen. Das Schutzzentrum bietet derzeit auf einem insgesamt 7,7 Hektar großen Areal bereits sechs Bären aus katastrophalen Haltungsbedingungen ein artgerechtes Zuhause. In den kommenden Jahren wird das Bärenschutzzentrum weiter ausgebaut. Nach Beendigung der Bauarbeiten soll es 20 Hektar groß sein und Platz für bis zu 30 Bären bieten.



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(red)

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