Szene

Barocke Science-Fiction im Wiener KosmosTheater

Androide Nymphen, poetische Zeilen, dystopische Zukunftsklänge – und Promis, die live auf die Bühne gebeamt werden. Ab 4.4.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:52

In ihrem Theaterstück „Aus heiterem Himmel", dem dritten und letzten Teil der Goodbye-Europe-Triliogie, sucht Autorin und Regisseurin Bärbel Strehlau im KosmosTheater nach neuen Denkweisen für Europa. Dafür holt sie sich an jedem Abend einen Experten aus verschiedenen Bereichen wie Musik, Wissenschaft oder Politik ins Rampenlicht – aber einfach so auf die Bühne zu kommen, wäre für dieses Event zu langweilig.

Die Promis werden per Beamer aus dem Zuschauerraum an die Festtafel katapultiert, dort unterhalten sie sich mit androiden Nymphen über Utopien, Wünsche und Träume eines neuen Europas. Mit dabei sind u.a. der Wiener Musiker Skero, SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakl, Direktor des Kunsthistorischen Museums und Meteoritenforscher Christian Köberl, KosmosTheater-Direktorin Barbara Klein, der ehemalige Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager, die Kommunikationswissenschaftlerin und Buchautorin Nana Walzer sowie der Wissenschaftsphilosoph Martin Kusch.

Utopie als Glaube an die Veränderbarkeit

Als die Hoffnung auf ein gemeinsames Europa längst verloren war und der Mensch alles Lebenswerte in ein absurdes Nichts verwandelt hatte, erbaute man um das letzte Ölloch der Erde eine Kathedrale.

An diesem sakralen Ort der Utopie leben seitdem drei androide Nymphen und ein Urfisch in symbiotischer Verbindung, um die Dinge neu zu denken. Sie sind in der Fiktion eines kollektiven Körpers gefangen, von dem aus sie träumen, sprechen und fantasieren.

In diesem kleinen utopischen Kern bewegen sich die Märchen und Mythen europäischer Kultur mit Lichtgeschwindigkeit und entfalten ein dystopisches Bilderbuch.

Menschenseelen sprechen durch die Nymphen und durchwandern den Raum der Zeit, um ihre Schuld loszuwerden. Alterio Spinelli schreibt unentwegt an seiner Vision eines vereinten Europas. Zwei Sonnen provozieren den Störfall. Ein Leibfahnenträger besingt den Aufstieg in sein eigenes Grab. Ein Attentäter sprengt sich mit geballter Kraft nach Europa. Diskussionsgäste plaudern mit den Nymphen an einer Festtafel.

Als der Zeitreisende Aljoscha bei den Nymphen auftaucht, gerät die bestehende Ordnung der Androiden durcheinander.

"Aus heiterem Himmel (Goodbye Europe III)"

KosmosTheater


Buch und Inszenierung: Bärbel Strehlau

Komposition: Adam McCartney

Darsteller: Christina Scherrer, Boris Popovic, Maria Spanring, Lise Huber

Musiker: Nikolaus Feinig (Kontrabass), Adam McCartney (Orgel)

Chor: Elisabeth Schober, Hanna Kessler, Catherine Hapke

Bühnenbild: Stefanie Muther

Kostüm: Diego Rojas Ortiz

Künstl.Assistenz, dramaturgische Mitarbeit: Wolf Lamsa

Hospitanz: Walter Jungwirt

Grafik: Emanuel Mauthe

Produktionsleitung und Kommunikation: Simon Hajós



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