Energiewende

Batterie-Boom: Spekulanten wittern Millionen

Riesige Batteriefarmen sollen das Stromnetz stabilisieren. Doch der Goldrausch lockt nicht nur seriöse Investoren an.
Technik Heute
01.10.2026, 17:07
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Große Batteriespeicher gelten als Hoffnungsträger der Energiewende. Sie speichern Strom aus Solar- und Windkraftanlagen für Zeiten, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Damit sollen sie Schwankungen im Netz ausgleichen und den Strompreis stabilisieren.

Doch die Branche erlebt gerade einen regelrechten Goldrausch. Investoren wittern fette Gewinne: Sie kaufen Strom, wenn er billig ist, und verkaufen ihn wieder, wenn der Preis steigt. Die Nachfrage ist enorm - allein beim Netzbetreiber Mitnetz Strom gingen bis Mitte September mehr als 10.000 Speicheranmeldungen ein.

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Wie heise online unter Berufung auf die dpa berichtet, entsteht im sachsen-anhaltischen Förderstedt gerade ein beispielloser Großspeicher. Das Münchner Unternehmen Eco Stor baut dort eine Anlage mit 300 Megawatt Leistung und 700 Megawattstunden Kapazität. Rein rechnerisch könnten damit 500.000 Haushalte zwei Stunden lang mit Strom versorgt werden.

Problem für die Netzstabilität

Experten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg haben einen Strompreis-Simulator entwickelt. Das Ergebnis: Je mehr Speicherleistung am Netz hängt, desto seltener kommt es zu Preisspitzen an der Strombörse.

Allerdings sind die Speicher auch ein Risiko. Denn wenn alle Betreiber gleichzeitig Strom aus dem Netz ziehen - weil gerade ein guter Börsenpreis lockt -, kann das die Netzstabilität gefährden. Bisher orientieren sich die Speicherbetreiber vor allem am Strompreis, nicht an der lokalen Netzsituation.

Das Problem: Intelligente Stromzähler, die eine bessere Steuerung ermöglichen würden, sind noch Mangelware. Laut Bundesnetzagentur sind erst an rund sechs Prozent der 54 Millionen Messstellen in Deutschland solche Geräte installiert. Die Technologie sei für die Netzbetreiber "vom Himmel gefallen", heißt es aus der Branche - vor drei Jahren habe noch niemand über diese Riesen-Batterien gesprochen.

tec,01.10.2026, 17:07