Die Batterieproduktion steht vor einer kleinen Revolution: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat gemeinsam mit dem Anlagenbauer IKA ein Verfahren entwickelt, das den Energiebedarf bei der Herstellung von Elektroden für Natrium-Ionen-Batterien um rund 50 Prozent senkt.
Der Clou: Statt wie bisher eine flüssige Paste aufzutragen und in langen Öfen zu trocknen, entsteht das Elektrodenmaterial in einem kontinuierlichen Knetprozess. Das Ergebnis ist eine schwarze, biegsame Folie, die direkt auf den Stromableiter laminiert werden kann.
Besonders wichtig ist dabei der Verzicht auf sogenannte PFAS - eine Gruppe von Chemikalien, die wegen ihrer hohen Beständigkeit in der Umwelt problematisch sind. Stattdessen setzen die Forscher auf alternative Polymere als Bindemittel, wie Forschung und Wissen berichtet.
Wirtschaftlich macht sich das neue Verfahren ebenfalls bemerkbar: Die Investitionskosten für eine Produktionslinie sinken laut Fraunhofer ISE um mindestens 15 Prozent, die laufenden Betriebskosten um 10 bis 20 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Nassbeschichtung.
Das ist besonders relevant, weil Natrium-Ionen-Batterien als günstigere Alternative zu Lithium-Akkus gelten. Erste Serienfahrzeuge mit dieser Technologie sind bereits auf dem Markt. Für eine breite Fertigung zählt also nicht nur die Zellchemie, sondern auch die effiziente Produktion.
Die Technik befindet sich noch vor der industriellen Großserie. Im Projekt LAENDLE, das vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert wird, soll bis Juni 2027 der nächste Entwicklungsschritt erfolgen. Dann will man zeigen, ob die trockenen Elektrodenbahnen auch in einer durchgängigen Zellfertigung zuverlässig funktionieren.