Jahrelang sollen sich mehrere Baufirmen zu einem Preiskartell zusammengeschlossen haben und so bei öffentlichen Aufträge einen zweistelligen Millionenbetrag zusätzlich verdient haben. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt.
Aufgedeckt hat den Fall die Bundeswettbewerbsbehörde nach einem Tipp eines Kronzeugen und führte acht Hausdurchsuchungen durch. Insgesamt soll das Kartell bei 350 öffentlichen Projekten, hauptsächlich in Ostösterreich, getrickst haben. Dabei handelte es sich stets um nicht offene Verfahren, für die also keine öffentliche Ausschreibung notwendig war, weil der Auftragswert unter fünf Millionen Euro lag.
Konkret ging es um Bauprojekte der öffentlichen Hand, also etwa bei Ministerien, Schulen und Spitälern, berichtet die ZiB2. Somit entstand dem Steuerzahler ein Schaden in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags.
Der Leiter der Bundeswettbewerbsbehörde, Theodor Thanner, erläutert, wie die Aufträge untereinander verteilt wurden: "Die eine Firma sagt, ich werde im konkreten Bieterverfahren zum Beispiel 100.000 Euro bieten, die zweite Firma sagt, ich werde 120.000 Euro bieten. Somit ist es klar, dass die Firma, die günstiger ist, den Zuschlag bekommt."
Gegen sechs Unternehmen - die Namen sind leider nicht bekannt - wurde ein Bußgeld beantragt. Dies kann bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes ausmachen. Außerdem drohen den betroffenen Managern bis zu drei Jahren Haft - die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt.