Paukenschlag in der heimischen Baubranche. Auf Anordnung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wurden am 3. und 4. Mai zahlreiche Hausdurchsuchungen bei österreichischen Konzernen durchgeführt. Das berichtete der "Standard" am Donnerstag.
Die aktuellen Durchsuchungen dürften nur die Spitze des Eisbergs sein. Wie die Tageszeitung erfahren haben will, sollen die Ermittlungen gegen die Tiefbau-Unternehmen bereits seit dem Vorjahr laufen.
Es gebe begründeten Verdacht auf Preisabsprachen bei Ausschreibungen zu öffentlichen Bau- und Sanierungsprojekten im Straßenbereich zwischen den Jahren 2008 und 2014. Die WKStA beziffert die mutmaßliche Schadenssumme mit mindestens 100 Millionen Euro.
Konzerne nahmen zu Vorwürfen Stellung
Auch bei den Bauriesen Porr und Strabag wurden Hausdurchsuchungen an mehreren Standorten durchgeführt, wie Unternehmenssprecher inzwischen bestätigten.
Die Porr nahm gegenüber dem "Kurier" zu den Vorwürfen Stellung: "Gestern (Mittwoch, Anm.) wurden an vier TEERAG-ASDAG- und Porr-Standorten Hausdurchsuchungen wegen des Vorwurfs rechtswidriger Absprachen durchgeführt. Zum aktuellen Zeitpunkt können wir zu den internen Vorkommnissen noch keine qualifizierte Aussage tätigen, da es sich um Projekte von lokalen Einheiten handelt. Wir haben umgehend die interne Prüfung der Sachlage veranlasst und kooperieren selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden."
Wie der "ORF" berichtet, bestätigte auch die Strabag die Ermittlungen: "Es ist richtig, dass in unseren Niederlassungen in Wien und Spittal an der Drau gestern, Mittwoch, Hausdurchsuchungen stattgefunden haben. Im Zuge der Ermittlungen wurden wir gebeten, die Recherchen durch die Herausgabe von Dokumenten zu unterstützen - ein Ersuchen, dem wir natürlich nachkommen. Wir bitten um Verständnis, dass wir dies nicht weiter kommentieren werden." (rcp)