Baum gefällt: Vier Babyspechte gerettet

Neues zu Hause für vier Spechtkinder in Wien: Ihr Baum samt Bruthöhle wurde gefällt. Die Babyspechte wurden gerettet, werden jetzt in NÖ aufgepäppelt.
Ein alter Baum in Hietzing musste gefällt werden – mit ihm wurde die Bruthöhle von vier Babyspechten umgeschnitten! Traurig: Von den Spechteltern fehlte jede Spur.

Vier Pfoten nahmen die Spechtkinder auf, brachten sie in die Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee (NÖ). Dort werden die kleinen Vögel nun nach dem Schock aufgepäppelt und sollen nach dem Flüggewerden auch wieder ausgewildert werden.

Babyspechte hatten Glück

"Die Babyspechte haben wirklich Glück im Unglück gehabt", so Vier Pfoten-Expertin Brigitte Kopetzky. "So traurig es auch ist, dass sie nun Eltern und Zuhause verloren haben: Zumindest wurden sie unversehrt geborgen und erhalten nun liebevolle Pflege." Die Jungtiere sind etwa zwei Wochen alt.

Alte Bäume mit Spechthöhlen sind wertvolle Lebensräume für viele Tierarten. "Vor allem im Frühling und Frühsommer sollte man vor dem Fällen eines Baumes unbedingt genau schauen, ob sich eine Spechthöhle, ein Vogelnest oder das Nest einer anderen Tierart wie Eichhörnchen, Siebenschläfer oder Fledermaus darin befindet", empfiehlt Kopetzky. "Das gilt auch für Hecken und Büsche."

Greifvogelstation Haringsee
In der von Vier Pfoten geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2016 1.431 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90 Prozent wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.


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In einem naturnahen Garten sollte man laut Vier Pfoten immer darauf achten, alte, morsche Bäume und dichte, dornige, Früchte tragende Hecken stehen zu lassen. Sie sind wichtige Lebensräume und bieten ihren Bewohnern Schutz und Nahrung. "Wenn es allerdings unbedingt nötig ist, einen solchen Baum oder eine Hecke zu fällen, dann auf keinen Fall im Frühling – denn das ist die Zeit der Jungvögel", erklärt Kopetzky. Aber Vorsicht ist auch in anderen Jahreszeiten geboten. In den Wintermonaten zum Beispiel dienen Baumhöhlen oft als Überwinterungsplätze, etwa für Fledermäuse. (gem)



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