Weil die angeschlagene Baumarktkette bauMax ums Überleben ringt, bietet nun Gründer Karlheinz Essl um kolportierte 86 Mio. Euro seine Kunstsammlung der Republik zum Verkauf an.
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Wie am Wochenende berichtet, kann die Familie Essl für die Rettung ihrer Baumärkte kein Kapital mehr aufbringen. Darum kommt nun auch die Kunstsammlung ins Spiel.
Dramatischer Appell
Essl will seine renommierte Sammlung mit 7.000 Kunstwerken um den kolportieren Buchwert von 86 Mio. Euro an die Republik Österreich verkaufen, um die angeschlagenen Baumarktkette zu retten. Firmengründer Essl appellierte am Montag in einer Aussendung an die Republik, sich seiner Sammlung anzunehmen und damit die Baumarktkette zu retten: "Zum einen könnte mit dem Erlös der Kunstsammlung und der Mithilfe der österreichischen Banken, bauMax in Österreich und in wesentlichen Ländern saniert und erhalten werden. Zum anderen muss es gelingen, die wichtigste Sammlung österreichischer Gegenwartskunst seit 1945 für unser Land und seine Menschen, für alle Zeiten zu erhalten."
"4.000 Arbeitsplätze retten"
"Meine Frau und ich sind bereit, die gesamte Sammlung der Republik zu übergeben, wenn wir damit bauMax und somit rund 4.000 Arbeitsplätze allein in Österreich retten können", so Essl in einer Aussendung.
Mit einer Kapitalspritze durch den Kunstverkauf und einem Schuldenschnitt durch die Banken soll das bauMax-Sanierungsverfahren gestemmt werden. Essl hat die Sammlung vor zwei Jahren in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht - aber weil die dafür ausschlaggebende Fünfjahresfrist noch nicht abgelaufen ist, würden die Kunstwerke auch im Insolvenzfall der Masse zufallen.
Die Lage der Kette hatte sich auch deswegen zugespitzt, weil der Rückzug aus der Türkei und Rumänien, wo bauMax sieben bzw. 15 Standorte betreibt, bevorstehe. Dabei fallen Schließungskosten von "bis zu 20 Millionen Euro" an, wie der "trend" unter Berufung auf Insider schreibt.
Der neue bauMax-Vorstandschef Michael Hürter - seit 1. März an der Unternehmensspitze - bestätigte im trend, dass die Banken bereits Zugriff auf die Kunstwerke hätten.
Ostermayer lädt zu Gesprächen
Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) lädt nun zu einem Runden Tisch mit der Familie Essl, Vertreter der Banken, des Landes Niederösterreich sowie des Sozial- und des Finanzministeriums. Dabei soll das weitere Vorgehen besprochen werden. "Die 7.000 Bilder und 4.000 Arbeitsplätze zu retten, wäre extrem wichtig", unterstrich dazu ein Minister-Sprecher. Es gelte, die Sammlung als nationales Kulturgut zu erhalten, so der Sprecher. Der genaue Termin für den Runden Tisch stehe noch nicht fest. Die Parole laute aber: "So schnell wie möglich."
Aktuell gibt es in Österreich 66 bauMax-Standorte, 24 in Tschechien, 14 in der Slowakei, 15 in Ungarn, vier in Slowenien, sieben in Kroatien, 15 in Rumänien, acht in Bulgarien und sieben in der Türkei. In Summe beschäftigt bauMax rund 8.900 Personen, davon rund 4.000 in Österreich. Die renommierte Sammlung Essl umfasst knapp 7.000 Werke zeitgenössischer Kunst aus Österreich und dem Ausland. Im Jahr 1999 wurde das Essl-Museum in Klosterneuburg bei Wien eröffnet.