BAWAG-Kunde wartete 16 Tage lang auf sein Geld

18 Tage auf Überweisung gewartet: Bankkunde Peter P. (36) vor der BAWAG-Filiale in der Pilgramgasse (Margareten).
18 Tage auf Überweisung gewartet: Bankkunde Peter P. (36) vor der BAWAG-Filiale in der Pilgramgasse (Margareten).Bild: Denise Auer
Unfreiwillige Übung in Geduld für Bankkunden Peter P. (36): Nach der Auflösung seines Sparbuches dauerte es 16 Tage, bis er sein Geld bekam.

Die Mühlen der Bank-Bürokratie mahlen zuweilen langsam. Diese Erfahrung musste nun auch Peter P. (Name geändert) machen. Am 17. Dezember löste der 36-jährige Wiener in der BAWAG-Filiale in der Pilgramgasse (Margareten) sein Sparbuch auf. "Dabei hat mir die Bankangestellte versprochen, dass das Geld – rund 12.600 Euro – innerhalb von sieben Werktagen überwiesen wird. In meinem Fall haben wir die sofortige Überweisung vereinbart. Die Dame hat mir versichert, dass mein Geld sicher am 21. Dezember auf meinem Girokonto sein wird", so P. zu "Heute".

Kunden-Hotline als nächste Ärgerquelle

Doch als der Bankkunde aus seinem Konto bei einer Fremdbank nachsieht, sind dort keine Eingänge ersichtlich. Dasselbe Bild bot sich auch drei Tage später am 24. Dezember. Als er nachfragt, wird er an die Beschwerde-Hotline der BAWAG verwiesen. "Ich habe dort angerufen, aber als nach 15 Minuten niemand abgehoben hat, habe ich dann aufgelegt", erzählt der Wiener.

Erst im Neuen Jahr kam die Überweisung

Als dann auch eine Woche später noch immer kein Geld auf P.'s Konto eingegangen ist, begibt sich der verärgerte Kunde persönlich in die Bankfiliale. "Die Angestellte hat dann irgendwas am Computer nachgesehen und mir erklärt, dass ich das Geld eigentlich schon haben müsste", so P. Erst am 2. Jänner schien die Überweisung dann auf dem Kontoauszug des Kunden auf.

"Auch wenn mein Geld jetzt da ist, bleibt der Ärger, dass die BAWAG mich einfach 16 Kalendertage lang warten lässt. Bei den heutigen Zinsen hätte ich ohnehin da nichts bekommen, aber dass die BAWAG einfach 16 Tage lang mit meinem Geld arbeitet, ist schon ärgerlich", betont P.

AK Wien: "Maximale Dauer bei zwei Bank-Arbeitstagen"



Bei der Arbeiterkammer Wien ist über man über die lange Wartezeit verblüfft. "Bei Überweisungen von einem Sparbuch auf ein Girokonto müsste das, wenn das Konto bei derselben Bank liegt, noch am selben Tag geschehen. Wenn auf ein Konto bei einer Fremdbank überwiesen wird, darf das maximal zwei Bank-Arbeitstage in Anspruch nehmen", erklärt Finanzdienstleistungsexpertin Michaela Kollmann.

Kunden, die ähnliche Probleme haben, rät die Expertin einen Nachforschungsauftrag zu beantragen. "Das muss bei der Bank erfolgen, von der das Sparbuch stammt". Bei Problemen können sich Bankkunden auch an die Bankenschlichtungsstelle wenden.

BAWAG verweist auf Bankgeheimnis, aber entschuldigt sich

Die BAWAG beantwortete die "Heute"-Anfrage mit einem Verweis auf das Bankgeheimnis und wies zudem darauf hin, dass bei der Durchführung solcher Transaktionen Abwicklungsschritte einer überweisenden Bank und einer Empfängerbank zum Tragen kämen.

In einer schriftlichen Stellungnahme betonte die Bank aber, "dass dadurch beim Kunden der Eindruck einer zu langen Durchführungsdauer entstand, verstehen wir durchaus und dürfen uns dafür entschuldigen". (lok)

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