Bayern lockt Araber mit Berg ohne Gipfelkreuz

Bild: Bayrischer Tourismusverband

Eine Tourismusbroschüre, die speziell auf Gäste aus dem arabischen Raum abzielt, sorgt im südlichen Bayern für Wirbel. Das Titelbild besagter Broschüre zeigt ein Bild von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, jedoch ohne dem großen, goldenen Gipfelkreuz.

Seinen Ausgang genommen hat die ganze Angelegenheit laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung durch eine Sendung des päpstlichen Radiosenders Radio Vatikan. Dort wurde vermeldet, dass "die Tourismusregion Garmisch-Partenkirchen in einem Werbeprospekt für den arabischen Raum das Gipfelkreuz der Zugspitze wegretuschiert hat".

Der Pfarrer von Garmisch, Andreas Lackmaier, war laut eigenen Angaben zunächst "ganz schön erschrocken". Dem Seelsorger unterstehen auch die Kapelle und das 300 Kilo schwere Gipfelkreuz, das als beliebtes Ausflugsziel gilt.

Soll Gäste aus dem Arabischen Raum anlocken

Die bayrische Zugspitzenbahn, zuständig für das Prospekt, dementiert die Vorwürfe des Retuschierens. Mit der Broschüre sollten "weder das Gipfelkreuz noch christliche Werte verleugnet werden". Man wolle lediglich zahlungskräftige Gäste aus dem arabischen Raum nach Garmisch locken. Seit in einigen europäischen Ländern das Burka-Verbot besteht, wurde speziell München und Umgebung ein beliebtes Reiseziel für Besucher aus dem Nahen Osten.

Und bei den meisten von ihnen sitzt die Geldbörse sehr locker. Laut bayrischem Tourismusverband zahlen die betuchten Scheichs pro Person und Tag durchschnittlich 1.000 Euro für ihren Aufenthalt. Und solche Summen sind für Tourismusgebiete immens wichtig. Garmisch kommt bisher auf 3.000 muslimische Übernachtungen. Weitaus mehr Personen zieht dagegen das österreichische Zell am See an. 150.000 Araber genießen hier im Sommer die heimische Gastfreundschaft. Auch wenn jeden Gipfel der Umgebung ein Kreuz ziert.

Halbmond statt Gipfelkreuz

Vor einigen Jahren sorgte Peter Westentaler für einige Lacher in der österreichischen Politikszene, als er das fingierte Schreiben einer Künstlergruppe, in dem dazu aufgerufen wurde, alle Gipfelkreuze durch Halbmonde zu ersetzen, für bare Münze genommen hatte und auch im Wahlkampf thematisierte.

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