Fussball

Bayern-Rolle? Fodas Plan mit ÖFB-Star Alaba

David Alaba unterstützt kurz nach dem Triple-Gewinn mit den Bayern das ÖFB-Team. Doch wo wird ihn Teamchef Franco Foda einsetzen?
Sebastian Klein
25.08.2020, 14:36

Der FC Bayern besiegte am Sonntag Paris Saint-Germain im Finale der Champions League mit 1:0. Damit fixierte der deutsche Rekordmeister das zweite Triple der Vereinsgeschichte. David Alaba wirkte schon beim ersten Mal, 2013, mit, war heuer als Abwehrchef einer der wichtigsten Faktoren im Team. Der Wiener hat bei seinem Klub endgültig Kultstatus erlangt.

Lange Zeit war Alaba bei den Bayern als Linksverteidiger nicht wegzudenken. Ihn selber zog es immer magisch ins Zentrum. Der 28-Jährige machte nie einen Hehl daraus, dass er gerne im Mittelfeld die Fäden ziehen würde. Beim ÖFB wurde ihm dieser Wunsch erfüllt. Unter Marcel Koller kam er immer wieder als Sechser, Achter oder sogar als Zehner zum Einsatz. Die Debatte um seine beste Position sorgte schon damals für heftige Diskussionen.

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Ihr muss sich nun auch Koller-Nachfolger Franco Foda stellen. Mittlerweile wird Alaba auch im Klub zentral eingesetzt, allerdings nicht so, wie er sich das selber lange vorgestellt hat. Alaba ist Abwehrchef, linker Innenverteidiger in der Viererkette von Trainer Hansi Flick. Linkshinten wirbelt jetzt der junge Alphonso Davies auf der früheren Position des Österreichers.

Die Alaba-Rolle

In seiner neuen Rolle blüht Alaba auf. Die Spieleröffnung läuft über ihn. Er schlägt weite Bälle in die Tiefe, findet damit oft den rechten Flügel: Serge Gnaby. Er überspielt die erste Pressingreihe und bedient Thiago, Goretzka und Co. Seine Nebenmänner lenkt er in der Rückwärtsbewegung mit deutlichen Ansagen.

Könnte Alaba diese Rolle nun auch im Nationalteam einnehmen? Möglich. Am Dienstag gab Foda seinen Kader für die beiden Nations-League-Matches gegen Norwegen und Rumänien bekannt. Erster Hinweis: Alaba wird als Verteidiger gelistet. Dass er überhaupt dabei ist, ist beachtlich. Deutschlands Bundestrainer Jogi Löw verzichtet nach dem Champions-League-Finalturnier in Lissabon auf den Einsatz von Bayern- oder Leipzig-Spielern.

Über die Postion hielt sich Foda erstmal bedeckt. Auf die Frage, ob er auch im Team als Innenverteidiger zum Einsatz kommen könnte, antwortete er: "Das werde ich mit ihm beim Lehrgang besprechen, so wie wir es immer getan haben. David ist ein Spieler, der auf mehreren Positionen sehr gut spielen kann. Als Linksverteidiger ist er Weltklasse, zuletzt war er auch als Innenverteidiger herausragend, hatte maßgeblichen Anteil an den Bayern-Erfolgen."

Diese Variante dürfte für den Teamchef also zumindest eine Überlegung wert sein. Seine Entscheidung will er aber nicht über Alabas Kopf hinweg, sondern mit dem Spieler gemeinsam treffen. Zum Triple-Sieg gratulierte Foda übrigens via WhatsApp. "Vielleicht hat er es noch gar nicht gelesen", schmunzelte Foda.

Fodas Optionen: Links wäre Salzburgs Andreas Ulmer eine Variante statt Alaba. In der Innenverteidigung gibt es mit Martin Hinteregger (Frankfurt) schon einen Linksfuß, der wohl gesetzt ist. Daneben muss Foda zwischen den nominierten Aleksandar Dragovic (Leverkusen), Philipp Lienhart (Freiburg) und Stefan Posch (Hoffenheim) wählen. Unklar ist auch, ob mit einer Dreier- oder einer Viererkette gespielt wird. In der Vergangenheit rückte auch Stefan Ilsanker (Frankfurt) als rechter Part in die Dreierkette zurück.