Mazraoui hatte zuletzt ein Pro-Palästina-Posting in sozialen Netzwerken verbreitet – ein Video, in dem der Hamas der Sieg im Konflikt mit Israel gewünscht wurde. Daraufhin wurde der Fußballer von den Bayern-Bossen zum Rapport zitiert. Deutschlands Serienmeister sprach von einem "ausführlichen persönlichen Gespräch". Dazu kam es nun am Mittwochabend, nach der Rückkehr des 25-Jährigen vom marokkanischen Nationalteam.
Deutschen Medienberichten zufolge sollen die Münchner dem Rechtsverteidiger ihren Standpunkt klargemacht haben. Ob der 25-Jährige auch tatsächlich bestraft wurde, ist noch unbekannt, die Bayern haben sich bisher nicht öffentlich zur Aussprache mit dem Abwehrspieler geäußert. In einer Stellungnahme erklärte der Spieler bereits, stets "gegen alle Arten von Terrorismus, Hass und Gewalt" zu sein.
Auffällig ist allerdings, dass Mazraoui am Tag nach der Aussprache nicht am Mannschafstraining der Münchner teilnahm, wie die "Bild" und "Sky" übereinstimmend berichteten. Der Marokkaner fehlte beim Start der Trainingseinheit um 10.30 Uhr, erschien erst gegen 11.45 Uhr, um mit dem Athletiktrainer Stephan Kerth eine Laufeinheit rund um die Plätze zu absolvieren.
Ob dies mit der Aussprache zusammenhängt, ist offen. Klar ist nur, dass der Marokkaner das Qualifikationsspiel zum Afrika-Cup gegen Liberia am 17. Oktober angeschlagen verpasste.
Mit dem erst im Sommer geholten Tormann Daniel Peretz befindet sich aktuell ein israelischer Spieler im Kader des deutschen Serienmeisters. Darüber hinaus haben die Bayern durch den ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer eine jüdische Vergangenheit. Der Fanklub "Bayern Israel" schrieb bereits in einer Facebook-Stellungnahme: "Wir erwarten vom FC Bayern München, der wesentlich auf einer jüdischen Community aufgebaut wurde und Rassismus auf allen Wegen bekämpft, dass er den Spieler Noussair Mazraoui den Werten des Klubs entsprechend zu behandeln weiß."