Beamter fälschte 300 Parkpickerln: Prozess vertagt

Ein 27-Jähriger hat seinen Posten im Magistratischen Bezirksamt Leopoldstadt ausgenützt, um gefälschte Parkpickerln zu verkaufen. Der entlassene Mitarbeiter beteuert seine Tat und behauptet, den finanziellen Schaden mit einer Überweisung wiedergutgemacht zu haben. Der Prozess wurde am Dienstag vertagt.
2009 begann der Angeklagte beim Magistrat zu arbeiten und war mitunter für das Ausstellen von Parkpickerln tätig. Schon kurz nach Beginn seiner Arbeit erlag er der Versuchung, einem Bekannten ohne Anspruch auf ein Pickerl im zweiten Bezirk ein solches für 100 Euro zu verkaufen.

"Hab mich dazu hinreißen lassen"

"Er hat mich mit Geld gelockt. Ich hab mich dazu hinreißen lassen", gestand der Angeklagte, der entlassen wurde und nun als Lagerarbeiter tätig ist. Es blieb nicht bei dem einen Mal. Der Beschuldigte baute ein Netzwerk mit mehreren Mittelsmännern auf, die die falschen Pickerln für 50 Euro (ein Jahr) oder 100 Euro (zwei Jahre) statt 200 bzw. 300 Euro verkauften.

Laut interner Revision der Magistratsdirektion hat der Angeklagte weit mehr als 300 Pickerln verkauft und so 24.000 Euro erschwindelt. Der Anklage zufolge sind 98 Prozent der Abnehmer bereits verurteilt worden.

Beleg für Wiedergutmachung fehlte

Der Beschuldigte gab an, vor wenigen Tagen als Wiedergutmachung 30.000 Euro an die Magistrationsdirektion überwiesen zu haben. Da der Richterin eine Kopie des Belegs nicht ausreichte, musste der Prozess auf 20. Oktober vertagt werden.
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