"Beauty-Make Over" für Wiener Prachtbrunnen

Nach der Fertigstellung des neuen Wien Museums siedeln auch die Originalfiguren des Donnerbrunnen um. Zuvor werden sie aber fachgerecht restauriert.

Die Originalfiguren des Brunnens am Mehlmarkt (Neuer Markt) des österreichischen Bildhauers Georg Raphael Donner (1693-1741) gelten als Glanzpunkte der europäischen Plastik des 18. Jahrhunderts und gehören damit zu den wertvollsten Objekten in der Sammlung des Wien Museums.

Über eine Leihdauer von 99 Jahren waren sie im Belvedere aufgestellt. Nun wurden die Skulpturen nach jahrelanger Vorbereitung und in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt abgebaut und zur Restaurierung ins Depot des Wien Museums gebracht. Nach der Fertigstellung des neuen Wien Museums wird es erstmalig genügend Ausstellungsfläche geben, um den Donnerbrunnen dort zeigen zu können.

"Schwere Göttin" und weiches Material als Herausforderung beim Abbau

Die Herausforderung beim Abbau war laut den Experten nicht nur das Gewicht der Figuren – alleine die Hauptfigur, die römische Göttin der Vorsehung Providentia, wiegt 1,9 Tonnen – sondern auch die Eigenschaft des Materials. Wegen des hohen Bleianteils ist die Oberfläche weich und die Skulpturen bei Fehlbelastung verformbar. Deshalb wurde für das Abheben der Mittelfigur ein stählernes Stützgerüst gebaut, das über mehrere Stützen und Sandpölster den Druck auf möglichst viele Punkte verteilen konnte.

Zuerst wurden die Flussfiguren, und am 20. November schließlich die Providentia abtransportiert. Als Highlight des Tages wurde dabei ein besonderer Fund gemacht: Im Sockel des Brunnens befand sich der traditionelle Gruß der letzten Restaurierungsteams von 1958. Eine (ausgetrunkene) Weinflasche mit dem "Kurier" vom 21.Jänner 1958, auf der handschriftlich vom Abbau bei sonnigem Wetter am Tag darauf berichtet wird.

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