Nach einem misslungenen und offensichtlich illegalen Schönheitseingriff in der Wassergasse im 3. Wiener Bezirk wurde die Berufsrettung alarmiert. Vor Ort fanden die Sanitäter eine stark im Gesicht blutende Frau (58) vor – sie wurde notfallmedizinisch versorgt, die Polizei hinzugezogen. Dann kam alles ans Licht: Die 58-Jährige war zu einem illegalen Facelifting zur Behandlung in der Wohnung.
Beamte der Polizeiinspektion Wien Mitte kamen rasch in die Wohnung, die auf einer Online-Plattform vermietet wird. Die Frau musste nach dem misslungenen chirurgischen Eingriff in ein Spital gebracht und notoperiert werden.
Bei dem Operateur handelt es sich um einen 35-jährigen georgischen Staatsbürger. Er gab gegenüber den Beamten an, in Georgien als plastischer Chirurg zu praktizieren, hatte seiner Patientin im Zuge einer Behandlung mehrere Schnitte im Bereich von Ohren, Hals und Kinn versetzt. Als es bei der 58-Jährigen plötzlich zu Atembeschwerden gekommen sei, habe ihr der Mann Medikamente gespritzt. Diese führten jedoch zu einer weiteren Verschlechterung ihres Zustandes.
Bei der Wohnungsdurchsuchung stellten die Polizisten diverse medizinische Operationsinstrumente, Operationsequipment und Medikamente sicher – dabei war die Wohnung sonst völlig normal eingerichtet.
Die Polizei fand außerdem eine große Menge an Medikamenten mit unbekannter Herkunft. Offenbar stammen diese aus Russland, da sie mit kyrillischer Schrift versehen sind. Zudem fiel den Beamten auch noch eine dubiose Preisliste für die fragwürdigen Dienstleistungen auf.
"Heute"-Infos zufolge würde eine erste Beratung 100 Euro kosten, eine Sklerotherapie (Behandlung von Krampfadern der Beinvenen) bis zu 170 Euro. Die Lidkorrektur schlägt bei dem georgischen "Beauty-Doc" mit 900 Euro zu Buche. Für ein Facelifting, so wie jenes des 58-jährigen Opfers, verrechnet der 35-Jährige stolze 2.500 Euro.
Weitere amtliche Stellen wurden in Kenntnis gesetzt. Der 35-jährige georgische Staatsangehörige wurde wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung angezeigt und über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht.