Becker noch in Haft – Job-Angebot ist schon da

Seine Mutter macht sich große Sorgen um ihn: "Ich hoffe, dass er nicht ins Gefängnis muss." Er sei immer ein "anständiger Bub" gewesen.
Seine Mutter macht sich große Sorgen um ihn: "Ich hoffe, dass er nicht ins Gefängnis muss." Er sei immer ein "anständiger Bub" gewesen.Frank Augstein / AP / picturedesk.com
Noch sitzt Boris Becker in England im Gefängnis. Doch er darf auf eine baldige Entlassung hoffen. Ein Job-Angebot gibt es auch schon.

Seit mehr als sieben Monaten sitzt das ehemalige Tennis-Ass im Huntercombe-Gefängnis nahe London ein. Der Tennisprofi wurde wegen Insolvenzbetrugs zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Noch im selben Jahr soll er nun in seiner Heimat Deutschland das Weihnachtsfest als freier Mann feiern dürfen.

Die "Sun" zitiert eine Gefängnisquelle: "Er wurde für ein Programm angemeldet, das dafür sorgt, dass er rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause kommt." Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser schweigt zu diesem Bericht. Becker könnte rund ein halbes Jahr nach seiner Verurteilung aus dem Gefängnis entlassen und nach Deutschland abgeschoben werden. Seine Haft sitzt er im Huntercombe-Gefängnis ab – eine Anstalt mit niedriger Sicherheitsstufe.

Wenn der 54-Jährige aus der Haft entlassen wird, braucht er sich um seine Zukunft wohl keine Sorgen zu machen. Denn er hat bereits ein Job-Angebot – vom Deutschen Tennis-Bund. "Die Türen beim DTB stehen Boris Becker immer offen", erklärt Vizepräsident Dirk Hordorff im Gespräch mit "Sport Bild". "Wenn er seine Strafe abgesessen hat, spricht nichts dagegen, dass er wieder eine Funktion übernimmt. Das Gebot der Resozialisierung gilt für jeden, auch für Boris Becker."

Becker sei "Teil der deutschen Tennis-Familie", man wolle die gefallene Sport-Ikone "wieder in die Arme" schließen. "Man kann ihn nicht ein Leben lang büßen lassen", so Hordorff. Er könne sich "vieles für Boris vorstellen: Head of Men's Tennis, Repräsentant, Präsidium oder was auch immer. Salopp gesagt: Boris kann sich den Job aussuchen!" Einziger Knackpunkt: Die Arbeit beim Verband ist ehrenamtlich, "zu mehr ist der DTB nicht in der Lage".

Becker war bereits zwischen 2017 und 2020 "Head of Men's Tennis", außerdem war er bis zur Haft als Experte für die Sender Eurosport und BBC tätig. Bei Eurosport hatte Becker vor seiner Verurteilung noch einen Vertrag bis 2023, nach Angaben von "Sport Bild" wolle man sich in den nächsten Monaten mit Beckers Management austauschen, ob eine weitere Zusammenarbeit möglich ist. Eine Rückkehr scheint offenbar nicht ausgeschlossen.

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