Bedrohter Vogel bringt Bau der S8 ins Wanken

Sorge um den Triel: Er könnte ein 310-Millionen-Euro-Projekt zu Fall bringen.
Sorge um den Triel: Er könnte ein 310-Millionen-Euro-Projekt zu Fall bringen.Bild: picturedesk.com

Der vom Aussterben bedrohte Triel könnte ein Mega-Projekt kippen: Ein Gerichtsgutachten kam zu dem Schluss, dass der Bau der S8 die Vogel-Fortpflanzung gefährden würde.

Bau statt Stau: Am Freitag ziehen S8-Befürworter erneut vor das Verkehrsministerium in Wien, diesmal steht die Demo unter dem Motto: „Für die Menschen und nicht für zwei Vögel."

Die Marchfeld-Schnellstraße hat eine lange Historie: 2005 gab es eine erste strategische Prüfung des Projekts, die Jahre vergingen. Groß war der Jubel, als am 17. April 2019 ein positiver UVP-Bescheid zur S8 ausgestellt wurde.

Doch nun gibt es wieder hängende Köpfe bei den Bürgermeistern im Marchfeld: Gutachter kamen zum Schluss, dass der Bau der S8 den Triel beeinträchtigen würde. Dabei bekam ein Großteil der Bürger im Raum Deutsch-Wagram und Strasshof, wo die 14,4 Kilometer lange und 310 Mio. Euro teure S8 verlaufen soll, den scheuen Triel noch nie zu Gesicht. Im östlichen Marchfeld soll es nur noch zwei Trielpärchen geben.

Jetzt ist das Bundesverwaltungsgericht am Zug. Experten rechnen, dass die Entscheidung Pro Triel ausgehen wird. Die nö. Klubchefs von VP, SP und FP gaben indes gestern ein „Bekenntnis zur S8" ab. Für Klaus Schneeberger (VP) befinde sich der Bau „am Scheideweg". Die Asfinag geht auf ihrer Homepage von einer angestrebten S8-Fertigstellung 2024 aus. Daran glauben aber auch die kühnsten Optimisten nicht.

Erich Wessely

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