Niederösterreich

Behörde droht Bursch (14) nach Covid-Verstoß mit Haft

Weil er sich während Corona mit Freunden traf, soll ein 14-Jähriger aus St. Valentin Geld zahlen, das er nicht hat. Die Alternative: 36 Stunden Haft.
24.06.2020, 14:56

Einen Corona-Verstoß mit absurden Folgen deckte die Freiheitliche Familiensprecherin Edith Mühlberghuber jetzt auf: In St. Valentin (Bezirk Amstetten) kassierte ein erst 14-jähriger Schüler eine Verwaltungsstrafe über 360 Euro. Er hatte demnach Mitte April mit zwei Kollegen eine Freundin besucht, jemand verpfiff das Trio dann aber offenbar, weil es im Freien auf Bänken saß. Das Mädchen hatte zudem einen Gipsfuß, Spazierengehen war also nicht möglich.

Die Polizei kam, das Mädchen konnte freilich nicht schnell genug davonlaufen, Anzeigen wurden erstattet. Wenige Tage später flatterte dann die Strafverfügung der BH Amstetten ins Haus des Teenagers. Der Schüler ist mit den 360 Euro aber ebenso überfordert wie Mutter (in Kurzarbeit) und Vater (arbeitssuchend). Die Alternative laut Bescheid: 36 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe.

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Einsprüche abgelehnt

Mit zwei Einsprüchen blitzte die Familie ab, einmal weil eine Frist um einen Tag verpasst wurde. Der Vater wandte sich deshalbt jetzt an die Freiheitliche Bezirksparteiobfrau Edith Mühlberghuber, die nun erneut gegen die Strafe vorgehen wird.

"Das Verwaltungsstrafgesetz §58 Abs.2 besagt ganz klar, dass über Jugendliche, die zur Tatzeit das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, keine Freiheitsstrafe verhängt werden darf", sagt die FPÖ-Familiensprecherin. "Überdies soll der Jugendliche eine Geldstrafe von 360 Euro bezahlen, erlaubt wären laut NÖ Jugendgesetz jedoch maximal 200 Euro."