Bei diesen optischen Illusionen täuscht das Hirn das Auge

Optische Illusionen sind für Forscher ebenso verblüffend wie für "Otto-Normal"-Betrachter. Sie zeigen nämlich, dass das Gehirn des Menschen etwas anderes vorgibt, als das Auge tatsächlich sieht. Warum? Weil das Gehirn auf untypische Eindrücke damit reagiert, dass es sie anhand von Erfahrungen zu deuten versucht - auch wenn man etwas ganz anderes vor Augen hat. Erfahrung schlägt quasi Realität. Hier zehn optische Illusionen.
Optische Illusionen sind für Forscher ebenso verblüffend wie für "Otto-Normal"-Betrachter. Sie zeigen nämlich, dass das Gehirn des Menschen etwas anderes vorgibt, als das Auge tatsächlich sieht. Warum? Weil das Gehirn auf untypische Eindrücke damit reagiert, dass es sie anhand von Erfahrungen zu deuten versucht - auch wenn man etwas ganz anderes vor Augen hat. Erfahrung schlägt quasi Realität. Auf den nächsten Seiten gibt es zehn optische Illusionen.

Schachbrett-Illusion

Welches Feld des Schachbretts (siehe Bild oben) ist heller beziehungsweise dunker? A oder B? Diese Illusion stammt von MIT-Professor Edward H. Adelson. Demnach nehmen die meisten Betrachter Feld A weitaus dunkler als Feld B wahr. Tatsächlich sind sie aber ganz genau identisch hell beziehungsweise dunkel. Die Erklärung für die Täuschung: Unser Gehirn versucht, eine vermutete Lichtquelle ausfindig zu machen, die das Schachbrett offenbar anstrahlt und einen Schatteneffekt erzeugt. So gaukelt es uns vor, dass die Helligkeit der Felder unterschiedlich sein müsste.

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Frauen-Illusion

Die Zeichnung des Cartoonisten William E. Hill (er starb 1962) wurde das erste Mal 1915 im Puck-Magazin veröffentlicht. Heute ist sie unter dem Titel "Meine Frau und meine Schwiegermutter" bekannt. Das Besondere am Bild ist, das man entweder eine alte oder eine junge Frau sieht und sich je nachdem schwer tut, die andere Frau im Bild zu erkennen. Wissenschaftlich interessant: Man kann sich nicht willentlich zwingen, entweder die junge, nach hinten blickende Frau oder die alte, nach links blickende Frau zu sehen. Dazu muss erst das Wahrnehmungssystem selbstständig "umschalten.

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Ziegelmauer-Illusion

Während hunderte daran zweifeln, dass auf dem Bild außer einer Steinwand noch etwas zu sehen ist, bringen es andere auf den Punkt: "Hast du es erst einmal entdeckt, kann man es gar nicht mehr übersehen." Oft zeigt sich erst beim minutenlangen Betrachten das Offensichtliche. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Frauen-Illusion. Das Gehirn identifiziert die Bildelemente allesamt als Mauerteile. Hat man aber erst einmal die Zigarre entdeckt, kann man sie willentlich nicht mehr "ungesehen" machen.

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Hohlmasken-Illusion

"Hollow Mask Illusion" (Hohlmasken-Illusion) nennt sich das Phänomen, das Professor Richard Gregory erstmals präsentiert hat. Es beschreibt, dass eine nach innen gewölbte, beleuchtete und rotierende Maske vom Betrachter als nach außen gewölbt erscheint. Der Betrachter beziehungsweise sein Gehirn identifiziert anhand von Erfahrung die gewölbte Maske nämlich als Gesicht und folgert daraus, dass sie auf beiden Seiten nach außen gewölbt sein müsste. Interessant: Schizophrene und Drogenkranke sehen die Maske oftmals dagegen so, wie sie tatsächlich ist.

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Müller-Lyer-Illusion

Das ist eine sehr bekannte geometrisch-optische Täuschung. Sie wurde 1889 von dem deutschen Psychiater und Soziologen Franz Müller-Lyer (starb 1916) entdeckt. Das Phänomen, im Bild zu sehen: Eine Linie zwischen zwei spitzen Winkeln erscheint deutlich kürzer als eine gleich lange Linie, bei der die Pfeilspitzen umgekehrt sind. Tatsächlich sind alle geraden Linien gleich lang. Für diese Täuschung existiert bis heute keine einhellige Erklärung.

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T-Figur-Illusion

Die T-Figur-Illusion ist ebenfalls eine optische Täuschung. Meist wird vor der Erklärung verlangt, dass der Betrachter die obere Linie des "T", also den roten Strich, so nach unten verschiebt, dass die blaue Linie gleich lang wie die rote ist (indem man dann den blauen "Übersatz oberhalb der roten Linie streicht). In Wahrheit sind aber beide Linien von Anfang an gleich lang. Trifft das Ende der senkrechten Linie auf die waagrechte Linie, wirkt die senkrechte länger. Benannt wurde die Illusion nach dem Buchstaben T, bei dem das Phänomen auftritt. Es ist dennoch egal, ob die waagrechte Linie über, unter oder seitwärts der anderen Linie verläuft. Der Grund liegt darin, dass die scheinbar kürzere Linie geteilt erscheint. Das Gehirn bekommt Probleme beim Vermessen. Noch deutlicher wird der Effekt, wenn beide Linien dieselbe Farbe haben.

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Poggendorff-Illusion

Die Poggendorff-Illusion ist eine optische Täuschung, die auf unserer Wahrnehmung des Zusammenspiels zwischen diagonalen Linien und horizontalen oder vertikalen Kanten beruht. Die schwarze Linie scheint in der abgedeckten Version in der blauen Linie auszulaufen. Tatsache ist aber, dass sie sich in der roten Linie fortsetzt. Der Effekt könnte sowohl durch eine scheinbare vergrößerte Wahrnehmung des spitzen Winkels zwischen Linie und Balken wie auch durch eine scheinbare Richtungsänderung in der Linienverlängerung im Balkenbereich erklärt werden.

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Ponzo-Illusion

Der italienische Psychologe Mario Ponzo (starb 1960) demonstrierte mit dieser optischen Täuschung 1911, dass der menschliche Geist die Größe eines Objekts anhand seines Hintergrunds definiert. Er bewies das, indem er zwei identische Linien zwischen einem Paar zusammenlaufenden Linien zeichnete, die als Schienen wahrgenommen werden könnten, die in die Ferne verlaufen. So wirkt die obere Linie weit länger als die untere, obwohl beide exakt gleich lang sind. Das Gehirn vermittelt den Eindruck, dass die Schienen in die Ferne führen und sagt dem Auge, dass die identen Linien sieht, dass die hintere länger als die vordere sein muss, weil sie weiter entfernt liegt.

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Mond-Illusion

Die Mondtäuschung ist eine optische Täuschung, durch die Mond und Sonne in Horizontnähe größer erscheinen als bei größerer Höhe am Firmament, obwohl es dafür keine physikalische oder astronomische Ursache gibt. Abgewandelt ergibt sich dadurch der scheinbare Größenveränderungseffekt: Weil der Mond am Horizont im Vergleich mit kleineren Objekten (Bäume, Häuser) gesehen wird, wirkt er dort größer.  In diesem Bild ein Schema: die beiden orangefarbenen Kreise in der Mitte sind gleich groß, wirken aber nicht so.

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Fraser-Illusion

Die Fraser-Spirale ist eine optische Täuschung, die erstmals 1908 vom britischen Psychologen James Fraser beschrieben wurde. Die überlappenden Bogensegmente erscheinen schwarz und scheinen eine Spirale zu bilden, jedoch sind die Bögen eine Reihe von konzentrischen Kreisen. Kurz: Es gibt hier keine Spirale, sondern nur Kreise. Die Folge der geneigten Elemente bewirkt aber, dass das Auge "Phantomlinien" zu erkennen glaubt.

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