Bei dieser Familie geht die Heimatliebe durch den Magen

Daheim in "Ess.terreich": Ein Jahr lang ernährt sich eine Grazer Familie nur von heimischen Produkten. Nicht immer ein leichtes Unterfangen.

Keine Schokolade, kein Kaffee und auch kein Pfeffer: Bei Familie Hohl aus Graz kommen seit 1. Jänner nur heimische Lebensmittel auf den Tisch. Auch bei Supermarkt-Produkten wird genau auf die Zutatenliste geachtet. Unter dem Titel "Ess.terreich" posten die Steirer auf Facebook und Instagram Rezepte sowie Tipps und berichten von ihren Erfahrungen.

Mitte Dezember 2020 kamen Bianca (33) und Christopher Hohl (35) auf die Idee, sich ein Jahr lang nur von österreichischen Lebensmitteln zu ernähren: "Wir haben jedes Jahr einen Neujahrsvorsatz und uns immer mit Ernährung beschäftigt. Daher war die Idee schnell da. Ein Monat bringt bei so einem Experiment wenig, daher haben wir es gleich auf ein Jahr ausgedehnt", erzählt Bianca Hohl.

Ein Jahr lang nur Austro-Produkte auf dem Tisch

Die Familie mistete bis Jahresende alle nicht heimischen Produkte aus, verschenkte oder verbrauchte sie: "Es war unglaublich, was alles nicht aus Österreich war", so Hohl. Pünktlich am 1.1. starteten die Grazer dann ihr Austro-Experiment: "Die erste Woche war sehr mühsam, wir hatten zu wenig Zeit, um uns vorzubereiten", so die 33-Jährige.

Doch schon bald spielte sich alles ein. Das Paar kauft viel auf Bauernmärkten und in Hofläden ein, baut selbst Gemüse wie Salat, Erbsen, Paradeiser, Zwiebeln und Spinat an: "Wir 'plündern' auch oft den Garten meiner Eltern und holen uns Beeren, Kirschen und Marillen. Zuerst standen Äpfel und Birnen sehr lange auf dem Menüplan, dann Erdbeeren – drei- bis viermal pro Woche in allen Variationen", lacht Bianca Hohl. Auch für den kommenden Herbst und Winter sind die Steirer vorbereitet: "Wir frieren und legen sehr viel ein."

"Wir machen keine Ausnahmen, sonst wird die Ausnahme zur Regel" - Bianca Hohl

Die gelernte Konditormeisterin ist sehr konsequent bei der Umsetzung: "Wir machen keine Ausnahmen, sonst wird die Ausnahme zur Regel." Ausgenommen ist natürlich Sohn Lio (21 Monate): "Wenn er bei meinen Eltern ist, darf er auch mal eine Banane oder Schokolade essen."

Für die Erwachsenen ist Schokolade oder Kaffee allerdings strikt tabu: "Ich hab' als Konditormeisterin natürlich gern Süßes. Also backe ich im Moment sehr viel, zum Beispiel mit Mohn und Obst. Auch Marmeladen gibt es sehr viele bei uns. Mein Mann wiederum ist der Verzicht auf Kaffee schwer gefallen. Er trinkt jetzt koffeinfreien Lupinenkaffee", meint Hohl.

Umfeld reagierte sehr positiv auf das Ess-Experiment

Der Umstieg fiel der Familie nicht immer leicht: "Es ist sehr zeitintensiv, man muss sich wirklich zu 100 Prozent damit beschäftigen. Aber unser Umfeld hat sehr positiv darauf reagiert. Wir wollen das Bewusstsein für österreichische Lebensmittel erhöhen und andere mit dem Experiment inspirieren", so die 33-Jährige. 

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