Bei Heirat straffrei: UNO kritisiert türkisches Sexu...

Bild: Reuters

Ein Gesetzesentwurf der türkischen Regierungspartei AKP hat vergangene Woche für Empörung gesorgt: Strafen für Sex-Attacken auf Minderjährige könnten aufgehoben werden, wenn der Täter sein Opfer heiratet.

Premier Binali Yildirim argumentierte mit dem Schutz der Familie: In der Türkei würden zahlreiche illegale Kinderehen geschlossen, bei denen Männer im Gefängnis landen. Der Entwurf solle die Zerstörung der Familien verhindern. Doch dieser Argumentation kann das UNO-Kinderhilfswerk nichts abgewinnen.

"Diese schändlichen Formen der Gewalt gegen Kinder sind Verbrechen, die als solche bestraft werden sollten", sagte UNICEF-Sprecher Christophe Boulierac am Samstag in Genf. Das Gesetz wäre eine Art Amnesie für Sex-Täter, was bei den Vereinten Nationen tiefe Besorgnis auslöse.

Das Parlament in Ankara hatte den Entwurf der AKP am Donnerstag in erster Lesung gebilligt. Voraussetzung für den Straferlass: Die Tat muss "ohne Gewalt, Drohung oder jegliche andere Form von Zwang" erfolgt sein.

 

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