Bei Rauchverbot in Zellen kommt Häftlingsaufstand

Ein Rauchverbot in den Zellen sieht die Justizwache-Gewerkschaft als Risikofaktor.
Ein Rauchverbot in den Zellen sieht die Justizwache-Gewerkschaft als Risikofaktor.Bild: Daniel Schaler
Das Justizministerium will ein Rauchverbot auch in Gefängniszellen. Die Justizwache-Gewerkschaft ist dagegen, sie befürchtet Häftlingsrevolten.

In österreichischen Gefängnissen ist das Rauchen, im Gegensatz zu anderen öffentlichen Gebäuden, derzeit noch erlaubt - wenn auch nur in den Zellen. Justizministerium und Volksanwaltschaft überlegen ein komplettes Rauchverbot.

Für die Gewerkschaft der Justizwache eine absurde Vorstellung. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Albin Simma warnte gegenüber dem Ö1-Morgenjournal sogar: "Selbstverständlich wird es da einen Aufstand geben unter den Insassen." Zudem würde ein Zigarettenverbot nur den Schwarzmarkthandel unter den Häftlingen befeuern, so Simma. Außerdem gebe es bereits Nichtraucherzellen, was völlig ausreichend sei.

In Australien funktioniert es

Im Justizministerium nimmt man die Sorgen ernst, verweist aber auf das Modell in Australien und Neuseeland. Dort gibt es ein komplettes Rauchverbot. Häftlinge bekommen Nikotinpflaster und Gruppentherapie zur Suchtbekämpfung.

Das habe sich als sehr wirkungsvoll herausgestellt, wie das Justizministerium per Dienstreise herausgefunden habe. Die Häftlinge dort würden das Rauchverbot gut finden. Bei der erstmaligen Einführung hatte es allerdings in einem australischen Gefängnis sehr wohl eine Revolte gegeben.

Das Ministerium plant nun ein Pilotprojekt, bei dem ein Gefängnis oder der Teil eines Gefängnisses komplett rauchfrei gemacht werden soll. (hos)

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