Beißattacke auf Polizistin? Journalistin suspendiert

Der Polizei-Einsatz bei einer geplanten Abschiebung eskalierte.
Der Polizei-Einsatz bei einer geplanten Abschiebung eskalierte.Bild: iStock/Symbolbild
Wie "Heute" berichtete, soll Ines S. bei der Abschiebung einer tschetschenischen Familie eine Beamtin attackiert haben. Jetzt wehrt sich die Journalistin.
Beamte der Abteilung Fremdenpolizei und Anhaltevollzug (AFA) wollten am Montag um 6.45 Uhr am Rennbahnweg (Donaustadt) einen Festnahme-Auftrag des Bundesamts für Fremdenwesen und Asylum durchführen. Eine 34-Jährige, ein 38-Jähriger sowie deren sechs Kinder aus Tschetschenien, die seit vergangenem Herbst in Wien leben, sollten nach dem "Dublin-Verfahren" nach Polen abgeschoben werden. Eines der Kinder soll schwer behindert, ein anderes erst kürzlich zur Welt gekommen sein.

Situation bei Polizei-Einsatz eskalierte

Dabei eskalierte die Situation: Ines S. (51), Journalistin und Lebensgefährtin des Großvaters (58) der Kinder, soll laut Polizei-Aussendung die Beamten lautstark beschimpft, herumgeschrien, um sich geschlagen und versucht haben, einer Polizistin ins Bein zu beißen. Laut Polizei wurde die Beamtin dabei leicht verletzt

Nun wehrt sich Ines S. via Aussendung von "Asyl in Not": "Mir wurde der Zugang zur Wohnung verweigert. Ein Polizist, der die Wohnungstür aufmachte, riss mich zu Boden, als ich versuchte, reinzukommen. 'Ich bin Journalistin, bitte lassen Sie mich rein, flehte ich ihn an'. Kurz drauf lag ich mit dem Kopf zwischen Tür und Türrahmen, weshalb der Polizist die Türe nicht zumachen konnte. Also wollte eine Polizistin meinen Kopf mit ihren Füßen rausschieben, woraufhin ich sie am Hosenbein hielt. Sie sagte zur mir: 'Lassen Sie mein Bein los, dann mach ich die Tür auf.' Ich ließ sofort los, als ich mich erhob, wurde mir die Tür vor der Nase zugeknallt."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Großvater saß im Rollstuhl

In der Wohnung befand sich auch der Großvater der Kinder, der in Österreich als Flüchtling anerkannte tschetschenische Menschenrechtskämpfer Vaha B. (58). Laut Polizei verhielt er sich gegenüber den Beamten äußerst aggressiv. Ein Polizist wurde demnach zu Boden gerissen und verletzt.

Wie "Asyl in Not" in der der Aussendung berichtet, saß B., der auch Diabetiker ist, allerdings während des Polizei-Einsatzes im Rollstuhl. Im Zuge des Einsatzes wurde der Rollstuhl laut "Asyl in Not" umgestoßen und B. verletzt – er konnte sein rechtes Bein nicht mehr bewegen.

Journalistin wurde suspendiert

Ines S. und Vaha B.wurden unter anderem wegen "Widerstands gegen die Staatsgewalt" angezeigt. Die Journalistin wurde daraufhin von ihrem Arbeitgeber, der "Wiener Zeitung", bis zur vollständigen Klärung des Sachverhalts suspendiert. Wie die "Wiener Zeitung" in einer Aussendung mitteilt, werden die Vorwürfe, die gegen Ines S. erhoben wurden, einer Überprüfung unterzogen.

(cz)

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