Trotz Bombendrohung wurde Mittwochvormittag (9.10.) am Wiener Landesgericht verhandelt– draußen standen schwer bewaffnete Polizisten, drinnen im Saal nahm ein betrogener Ehemann auf der Anklagebank Platz. Absichtliche schwere Körperverletzung und gefährliche Drohung lauteten die Vorwürfe. Der Bauarbeiter aus Rumänien ist mit 27 Jahren bereits dreifacher Vater. Seine Ehefrau soll ihn im Vorjahr mit einem Bekannten betrogen haben. Der Nebenbuhler, ebenfalls aus Rumänien, hielt das nicht lange geheim. Er prahlte mit dem Pantscherl auf Facebook. Das ließ bei dem Angeklagten angeblich die Sicherungen durchbrennen.
"Du wirst mir nie entkommen solange ich selbst am Leben bin. Ich werde dich fangen und aufschlitzen!", drohte der 27-Jährige seinem Rivalen laut Anklage auf Facebook. "Ich bring dich um, ich bring euch um, ich bring deine Kinder um, ich gehe ins Gefängnis", richtete er seinem Nebenbuhler per WhatsApp aus. "Er war irritiert und sehr sauer", so Top-Verteidiger Mirsad Musliu (Kanzlei Rast & Musliu) zu Beginn der Verhandlung.
„Er war irritiert und sehr sauer!“Top-Verteidiger Mirsad MusliuKanzlei Rast & Musliu
"Ich war so aufgebracht, ich wusste gar nicht mehr, was ich tue", erklärte der 27-Jährige nun am Mittwoch vor Gericht. Am 14. Jänner fuhr er gemeinsam mit seiner Ehefrau in ein Stammlokal seines Rivalen in Wien-Simmering. "Ich sah, dass er nicht alleine war und holte ein Stanleymesser aus dem Auto. Sie waren zu viert. Ich wollte, dass sie Angst haben." Dann kam es zum Showdown. "Er schlug mir ohne Worte mit der Faust ins Gesicht, ich kippte seitlich vom Sessel", erzählte das Opfer im Zeugenstand. "Das Messer hatte er in der anderen Hand."
Laut Bildern aus der Videokamera hatte der Angeklagte das Messer aber in derselben Hand, die Klinge war ausgefahren. Nach dem Faustschlag steckte er es in seine Jackentasche. Alles dauerte nur wenige Sekunden. "Ich bekenne mich teilweise schuldig", so der 27-Jährige zum Richter. Er habe die Kontrolle verloren, auch weil der Nebenbuhler ständig versucht habe, seine Frau anzurufen. "Ich wollte ihn aber niemals mit dem Stanleymesser verletzen."
Der Faustschlag dürfte jedenfalls gesessen haben. "Ich konnte eine Woche lang nichts essen und hatte Schmerzen am Kiefer", so das Opfer. Urteil: Fünf Monate bedingt, nichts rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung.