Sieg in Spielberg! Charles Leclerc jubelte am Red-Bull-Ring im Ferrari. In der Weltmeisterschaft liegt Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull noch souverän in Führung. Wer macht das Rennen?
Gerhard Berger konnte in 80 Rennen für Ferrari fünf Siege erringen. Er glaubt nicht an sein Ex-Team. Noch nicht.
Das verrät Österreichs Formel-1-Legende im Podcast der PS-Königsklasse. Bergers Urteil: "Leclerc ist pfeilschnell, aber Sainz findet sich langsam mit dem neuen Auto zurecht. Er war im letzten Jahr konstanter, konnte Leclerc in der WM schlagen, und nachdem er jetzt seinen ersten Sieg hat, will er mehr. Das ist für Ferrari keine einfache Situation."
Der Tiroler sagt, dass "es sogar noch ungemütlicher werden hätte können. Denn Sainz war auch in Österreich gut unterwegs und wäre durch die technischen Probleme bei Leclerc mit dem Gaspedal in einer Position gewesen, zu gewinnen. Das hätte Leclerc wieder Punkte im Titelkampf gekostet. So gesehen, hat der Motorschaden ihm (Teamchef Mattia Binotto, Anm.) diese Entscheidung abgenommen."
Zur Erinnerung: Sainz' "Rote Göttin" ging in Österreich in Flammen auf. Der Spanier musste seinen Boliden auf dem Weg zum zweiten Platz abstellen.
Berger über das Stallorder-Dilemma beim italienischen Rennstall: "Wir sind in einem Sport. Und solange beide die mathematische Chance auf den Titel haben, muss man sie fahren lassen. Ja, es gibt aktuell viele Kritiker, die sagen, die müssen doch endlich eine Nummer 1 bestimmen. Aber ich denke, vielleicht haben sie aus den Zeiten als Rubens Barrichello immer Michael Schumacher vorbeilassen musste, als Jean Todt den Tausch am Red Bull Ring befahl, vielleicht haben sie aus damals gelernt."
Die Entwicklung seines Ex-Teams sieht er positiv: "Man darf auch nicht vergessen, von wo Ferrari kommt. Hätte man einen Tifoso letztes Jahr gefragt, wärst Du zufrieden, wenn Ferrari nächste Saison mit einem tollen Auto kämpft und Zweiter wird, hätte das wohl jeder gerne unterschrieben.”
Den großen Wurf traut Berger Ferrari aber noch nicht zu: "Daraus ergibt sich für den zehnfachen Grand Prix Sieger aber auch der Umstand, dass Ferrari seit Jahren nicht mehr um den Titel gekämpft hat. Bei ihnen stimmt die Sensorik noch nicht, sie sind noch nicht bereit, haben noch nicht dieses Mindset. Ich denke, es wird von jetzt an noch 1-2 Jahre dauern, bis das Team selbst bereit für den Titelfight ist."