Bergsteiger-Legende Messner greift Kanzler Kurz an

Reinhold Messner in der ZDF-Show von Maybrit Illner.
Reinhold Messner in der ZDF-Show von Maybrit Illner.ZDF
In der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner am späten Donnerstagabend wurde auch Bergsteiger-Legende Reinhold Messner zugeschaltet. Und plötzlich drehte sich alles um Österreichs Kanzler Sebastian Kurz.

"Reise ins Ungewisse – wie gefährlich wird der Urlaub?" lautete der Titel der Illner-Sendung Donnerstagnacht. Moderatorin Illner hatte dazu Linke-Parteichefin Katja Kipping, Virologen Jonas Schmidt-Chanasit und Marija Linnhoff, Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros geladen. Zugeschaltet wurde auch Bergsteiger Messner, der den anderen Teilnehmern kurzzeitig den Wind aus den Segeln nahm.

Während die anderen Teilnehmer die Hoffnung durchklingen ließen, dass Urlaub im Sommer möglich sein werde, attastierte Messner: Das habe sich heuer sicher erledigt. Und wenn nicht wegen Corona, dann deswegen: "Viele verzweifelte Menschen werden sich in den nächsten Jahren keinen Urlaub gönnen können." Er selbst werde zuhause in Bozen bleiben, denn "mein ganzes Leben ist Urlaub" und "Verzicht kann einen erfüllen".

"Hier wird sehr viel Populismus betrieben, gerade von Herrn Kurz!"

Ein Lobeslied sang Messner auf Deutschland: "Die Deutschen sind das beliebteste Volk weltweit in der letzten Zeit. (...) Der Respekt vor ihnen ist von sehr tief unten auf ein sehr hohes Level gestiegen." Weniger stiolz scheint Messner dagegen auf Österreich zu sein. Dass Kanzler Kurz für Österreich als Urlaubsregion werbe, brachte in schließlich in Rage und zu einer Attacke: "Hier wird sehr viel Populismus betrieben, gerade von Herrn Kurz!"

Messners Nachsatz: "Ich bin ja auch Touristiker. Ich habe sechs Museen. Null Einnahmen, aber die vollen Spesen. Gerade so eine museale Struktur, wo die Leute durchtröpfeln, wäre ideal, um sich kundig zu machen über das Leben am Berg." Und er wiederholte: "Ich sehe ganz große Probleme, viele Arbeitslose, viele Pleiten, viele verzweifelte Menschen!" Er wolle "nicht jammern", aber "am Ende der Pandemie geht es auch darum, dass nicht Millionen von Unternehmen in Europa Pleite gehen."

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