Besucherflaute im Tanzhaus

Stammkunden sind empört: „Unerhört, wie dieser Grenzgänger das Haus zugrunde richtet!“ Gemeint ist der künstlerische Leiter Joachim Schloemer, der im Festspielhaus St. Pölten gerne experimentiert. Die Zahlen sprechen gegen ihn. Die Auslastung ist von 86,6 auf 71,7 Prozent gesunken.

Mit dem Stück „Engel der Verzweiflung“ startet am 25. September die Saison im Festspielhaus St. Pölten. Erschreckend gering ist das Interesse an der zweiten Vorstellung am 30.9.: Erst 70 Karten sollen verkauft und verschenkt worden sein – blamabel bei einem 1000 Besucher fassenden Saal. „Die Abonnenten rennen reihenweise davon. Hier wird Steuergeld verbrannt“, wettern Insider.

Experimente in der Provinz nicht gefragt

Das Problem: Viele Tanz- und Theaterfans können mit dem urbanen Alternative-Stil wenig anfangen, konservative Musikliebhaber schon überhaupt nicht. Die Folge ist ein Besucherschwund: In Schloemers erster Saison wurden 36.352 Karten verkauft, unter Vorgänger Michael Birkmeyer waren es 51.442! Geschäftsführer Thomas Gludovatz versucht zu beruhigen: „Wir haben null Budgetprobleme.“ Die Zielvorgaben seien eingehalten worden.

„Was wir verloren haben, ist das klassische Ballettpublikum. Wir bieten keinen Nussknacker mehr an, versuchen mit innovativen Themen Zustimmung zu finden“, so Gludovatz. Er gibt zu: „Das Dilemma ist, dass durch die Neuausrichtung des Programms die Bereitschaft zu zusätzlichen Abos nicht hoch ist.“

Elisabeth Czastka

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