Betreten auf eigene Gefahr: Gletscher gibt Eiswelt frei

Der Zugang zur Eisgrotte unter dem Gletscher könnte bald wieder gesperrt werden.
Der Zugang zur Eisgrotte unter dem Gletscher könnte bald wieder gesperrt werden.REUTERS
Über den Sommer hat sich ein See unter dem Glacier 3000 gebildet. Nun ist das Wasser abgeflossen und lässt eine märchenhafte Eiswelt zurück.

Auf dem Glacier 3000, zwischen Gstaad und Les Diablerets, kann derzeit ein seltenes Naturspektakel besichtigt werden. Dabei handelt es sich um eine Eisgrotte unterhalb des Gletschers, die besonders groß ausgefallen ist. Im Frühling und Sommer hat sich der Hohlraum der Grotte mit Gletscherwasser gefüllt. Das schmelzende Eis und die Anhäufung von Rückständen verstopften den Abfluss: Auf diese Weise entstand ein See. Im Herbst floss dieses Wasser nun ab und gab die Grotte frei.

Die Betreiber des angrenzenden Skigebiets sprechen von einer "Eiskathedrale". "Wir haben uns nun dazu entschieden, den Zugang zur Grotte offiziell zu signalisieren", sagt Bernhard Tschannen, CEO von Glacier 3000. Dies, weil sich viele Gäste für das Naturspektakel interessieren und es auf eigene Faust besichtigen. Kein Wunder: An den glatten Eiswänden reflektiert Licht – besonders Fotointeressierte lechzen nach diesem einmaligen Effekt.

Die größte ihrer Art

Es ist nicht das erste Jahr, dass sich eine Eisgrotte im Gletscher bildet. Laut Tschannen war sie jedoch selten so groß, wie heuer. Die rund 20 Meter tiefe Eiskathedrale kann zu Fuß in 15 Minuten von der Talstation des Sessellifts Ice Express aus erreicht werden. Das Betreten der Grotte erfolgt jedoch auf eigenes Risiko: "Es ist ein natürliches Spektakel. Wie beispielsweise beim Wandern kann auch hier etwas passieren", so Tschannen.

Bald wieder verschwunden

Wie lange die Grotte noch bewundert werden kann, ist ungewiss. Je nach Wetterverhältnisse und Schneefall könnte die Eiskathedrale auch geschlossen werden. Im Frühling wird sich die Grotte mit Wasser füllen und in dieser Form für immer verschwunden sein. Da man sie auf eigene Faust betritt, gibt es auch kein Corona-Schutzkonzept innerhalb der Grotte: "Die Personen sind hier selber in der Pflicht. Bei der Talstation, auf dem Parkplatz oder auf den Bahnen gilt bei uns aber generell die Maskenpflicht."

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