Betreuer an Schule war vorbestraft, missbrauchte Buben

Der Täter missbrauchte den Buben mindestens neunmal.
Der Täter missbrauchte den Buben mindestens neunmal.Getty Images/iStockphoto (Symbolfoto)
Ein einschlägig vorbestrafter Kinderbetreuer an einer Kärntner Schule setzte einen Achtjährigen unter Medikamente und missbrauchte ihn mehrfach.

Ein 41-Jähriger, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs vorbestraft ist und bis 2008 im Gefängnis saß, konnte als Betreuer an einer Klagenfurter Volksschule arbeiten. Der Mann, der über eine Personalleasing-Firma an die Stadt Klagenfurt vermittelt wurde, war ab 2015 in der Nachmittagsbetreuung tätig. Offenbar war der zuvor Verurteilte durch eine interne Kontrolle geschlüpft, berichtet die "Kleine Zeitung". Die Stadt Klagenfurt versichert, dass seitdem die Kontrollen verschärft wurden.

Der Täter lernte sein Opfer, einen achtjährigen Buben, in der Schule kennen. Der Mann erschlich sich das Vertrauen des Buben und dessen Familie, es entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis. Es wurde vereinbart, dass der Betreuer dem Kind in seiner Freizeit Nachhilfe gibt – allerdings bei dem Mann daheim. Der Bub übernachtete schließlich sogar bei ihm. Der einschlägig Vorbestrafte setzte den Buben unter Medikamente oder Drogen und missbrauchte ihn. Zwischen 2017 und 2018 kam es mindestens neunmal zu derartigen Taten.

Opfer leidet seitdem an Angstattacken

Im Mai 2019 wurde der Klagenfurter zu sieben Jahren Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Obwohl der Bub keine Erinnerungen an die Tat hat, leidet er an Angstattacken und zieht sich stark zurück. "Das Opfer ist jetzt in der Pubertät, es kommt alles wieder hoch", erklärt sein Anwalt Hannes Mautz der "Kleinen Zeitung".

Doch erst jetzt – fast drei Jahre nach dem Urteil – sprach das Gericht dem Kind Schmerzensgeld zu. "Der Bub bekommt 8.000 Euro, 1.000 Euro erhielt er bereits zuvor", so Mautz. "Bei Kindern wie dem Betroffenen kommt es später oft zu chronischer Depressivität, Selbstwertzweifeln oder auch Suizidhandlungen", schreibt die Richterin im noch nicht rechtskräftigen Urteil. Zudem muss der Mann für alle zukünftigen Folgen der Tat haften, das heißt er muss für sämtliche Therapien und eventuelle Verdienstentgänge aufkommen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account cz Time| Akt:
Sexueller MissbrauchKinderGerichtKärntenKlagenfurtSchule

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen