Nerven der AUA-Passagiere liegen blank

Wegen einer Betriebsversammlung musste die AUA am Donnerstag 150 Flüge streichen. 12.000 Passagiere sind betroffen. Die Stimmung der Fluggäste ist am Boden.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die AUA auf ihrer Homepage ein offizielles Statement über die angekündigten Flugausfälle am 22. März.

"Aufgrund der Betriebsversammlungen des fliegenden Personals am Donnerstag ab 8.30 Uhr wird es zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr kommen. Wir haben im Vorfeld vorsorglich unser Flugprogramm an dem Tag ausgedünnt und rund 70 Flüge gestrichen", informierte die Airline ihre Fluggäste.

Doch da die Versammlung am Donnerstag wesentlich früher als erwartet begonnen hatte, mussten nun mehr als doppelt so viele Flüge gestrichen werden. Insgesamt 150 der geplanten 380 Flüge sind ausgefallen.

Zu späte Benachrichtigung

Am Flughafen Schwechat herrscht Chaos. 12.000 Passagiere sind von den Ausfällen betroffen. Rund 200 weitere konnten nicht rechtzeitig verständigt werden, sie sitzen derzeit am Flughafen fest. Die Nerven der AUA-Gäste liegen blank, vor allem die zu späte Benachrichtigung stößt vielen sauer auf.

"Ich wäre heute in der Früh mit der AUA direkt nach Washington geflogen. Auf dem Weg zum Flughafen habe ich dann eine Mail bekommen, dass mein Flug gestrichen und auf morgen umgebucht wurde", erklärt Christoph.

Der 39-Jährige steht seit mehreren Stunden in der Schlange und wartet auf seine Umbuchung. Laut Mail soll er nun keinen Direktflug mehr haben, sondern über Brüssel mit einer anderen Fluglinie in die USA reisen.

Tausende Passagiere teilen das Schicksal von Christoph. So wie eine Gruppe, die heute eigentlich nach Tel Aviv fliegen wollte.

Auch diese Gruppe muss warten Bild: Denise Auer

"Wir fuhren gerade zum Airport, als wir um 8.00 Uhr davon (Anm. von den Ausfällen) erfuhren. Wir haben selbst nachgeschaut und es stand 'cancelled' dort. Wir wurden auf morgen umgebucht und nach einen kurzem Telefonat mit dem Reisebüro wurde uns erklärt, dass es auch noch heute einen Flug um 13.00 Uhr geben würde", so die Gruppe gegenüber "HEUTE".

Passagiere wollen Entschädigung

Daraufhin sei man umgehend zum Airport gefahren, um den Flug auf heute Nachmittag umzubuchen. Auch sie müssen sich noch ein wenig in Geduld üben.

Die Gruppe habe zwar Verständnis für die Versammlung, möchte aber dennoch eine Entschädigung haben. "Die Umbuchungen sind schlecht organisiert", heißt es. Kleines Trostpflaster: "Wir wurden mit Getränken und Süßigkeiten verpflegt", scherzt die Gruppe.

Noch schlimmer erwischte es Caroline aus Niederösterreich. Die 28-Jährige hätte am Mittwoch mit der Lufthansa über Frankfurt nach New York fliegen wollen. Aufgrund des schlechten Wetters wurde der Flug aber auf heute verschoben.

"Warum wurde nichts vorbereitet?"

Die Niederösterreicherin besorgte sich extra ein Visum, weil sie über Toronto fliegen sollte. Am Mittwochabend gegen 19.55 Uhr erhielt sie dann ein SMS, dass der Flug gestrichen wurde. "Ich habe dann versucht die Airline anzurufen, doch da hat sich niemand gemeldet. Drei Stunden habe ich es versucht, aber keine Antwort bekommen", sagt die 28-Jährige gegenüber "Heute".

Caroline fuhr daraufhin zum Flughafen, weil sie umbuchen wollte. "Jetzt warte ich hier. Streik ist Streik, aber was noch mehr nervt ist, dass einfach keiner abhebt", erklärt die 28-Jährige ihren Frust.

Immerhin hätte man bereits vor einigen Tagen über die Versammlung Bescheid gewusst. "Warum wurde nichts vorbereitet?", fragt sich die Niederösterreicherin. Eine Frage, die sich vermutlich tausende andere Passagiere ebenfalls stellen.

AUA-Mitarbeiter in Warnstreik

Am Donnerstagnachmittag haben die Mitarbeiter der Austrian Airlines einen halbstündigen Warnstreik beschlossen und die Betriebsversammlung unterbrochen.

Wie vida-Gewerkschafter Johannes Schwarcz gegenüber der APA erklärte, sei der Antrag "aus der Mannschaft gekommen". Alle 1.200 anwesenden Mitarbeiter hätten demnach für die Arbeitsniederlegung gestimmt.

Nach dem 30 minütigen Warnstreik soll die Betriebsversammlung wieder fortgeführt werden.

Sind Sie betroffen?

Sollten Sie zu den knapp 12.000 Passagieren gehören, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden würden. Wir freuen uns auf ihre Berichte, Fotos und Videos! Mails bitte an leserreporter@heute.at (wil)

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