Niederösterreich

Betrüger zockten Käufer auf eBay und Amazon ab – Haft

Mit falschen Identitäten "verkauften" zwei Rumänen Kunden aus Österreich im Internet Waren. Das Geld dafür sackten sie ein, geliefert wurde nie.
01.09.2020, 14:53

Ein 31-jähriger Rumäne und sein 38-jähriger Landsmann standen am Dienstag in St. Pölten vor Gericht. Auf verschiedenen Internetverkaufsplattformen (u.a. eBay, Amazon, Autoscout und Airbnb) boten die beiden in der Nähe von Linz gemeldeten Betrüger Autos, KFZ-Zubehör, Werkzeuge, Haushaltsgeräte und Uhren zum Verkauf bzw. Wohnungen zur Vermietung an. Die Waren bekamen die Käufer nie zu Gesicht, das bezahlte Geld ließen die beiden Angeklagten verschwinden.

Riesiger Schaden

Potenziellen Käufern legten sie dabei Fotografien von Reisepässen, die entweder entfremdet oder verfälscht wurden, vor, um glaubhaft zu erscheinen und die Opfer zu Zahlungen an diverse Konten zu bringen. Insgesamt richteten die beiden Männer über 300.000 Euro Schaden an, agierten von Anfang 2019 bis Frühling 2020 zumeist von Kärnten und Oberösterreich aus.

Weil sich die beiden immer wieder neue Identitäten ausdachten, damit Konten eröffneten und eingelangte Gelder sofort abhoben, war eine Rückverfolgung anfangs schwierig. Schlussendlich kam ihnen die Polizei aber auf die Schliche. Beide saßen nach ihrer Festnahme in U-Haft, waren vor dem Prozess bereits großteils geständig.

Angeklagt in fünf Punkten

Angeklagt wurden die beiden Rumänen, die Teil einer internationalen Bande sind, wegen schweren Betruges, krimineller Vereinigung, Geldwäscherei, der Fälschung besonders geschützter Urkunden und Urkundenfälschung. Der 31-jährige Haupttäter war bereits dreifach einschlägig vorbestraft, sein Komplize bislang gerichtlich unbescholten.

Der 31-Jährige fasste vor Gericht vier Jahre unbedingte Haft aus, der 38-Jährige, der von der bekannten Anwältin Astrid Wagner verteidigt wurde, kam mit zweieinhalb Jahren unbedingter Haft davon. Beide Urteile sind bereits rechtskräftig.

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