Die Masche sollte bekannt sein, ist aber offenbar weiter ertragreich: Unbekannte geben sich bei älteren Opfern als Kriminalbeamte aus und teilen mit, dass die Tochter oder der Sohn einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Eine Kaution müsse bezahlt werden, sonst drohe eine Haftstrafe. Während ein Täter das Opfer am Telefon weiter manipuliert, kommt ein Mittäter zur Wohnungstüre.
Am 16. November 2021 konnte die Kripo eine polnische Bande, zwei Männer (38, 45) und eine Frau (27) in Wien-Ottakring stoppen, die Frau wollte in ihre Heimat flüchten - mehr dazu hier. Bei der Festnahme wurden bei der Frau 50.000 € und Golddukaten im Wert von 22.000 € in ihrer Unterwäsche entdeckt.
Das Geld hatte sie mit einem Haargummi zusammengebunden in der Unterhose versteckt, die Dukaten in einer FFP2-Maske und einem Taschentuch im BH.
Die Beute hatte die Bande am gleichen Tag einer Klosterneuburgerin (85) abgenommen, drei weitere Frauen (78, 82, 83) sollen im Bezirk Tulln abgezockt worden sein, der Gesamtschaden: rund 180.000 €. Das Trio sitzt in Wien-Josefstadt in Haft, der Auftraggeber (33) und Logistiker des Clans wurde in Polen gefasst – U-Haft.