In ganz Österreich sollen die 33-jährige Österreicherin und ihr deutscher Freund (31) seit rund einem Jahr umtriebig gewesen sein und brave Bürger übers Ohr gehauen haben. Neben gewinnbringende Strafhandlungen durch Vorauszahlungs-, Bestell- und Einmietbetrug, spezialisierte sich das Paar auch auf Internetbetrug.
Ihre Masche: sie boten laut Polizei auf diversen Plattformen (Facebook Marketplace, Willhaben, Shpock) Spielekonsolen und hochwertige Mobiltelefone zum Verkauf an, die sich sich durch mit falscher Identität abgeschlossene Mobilfunkverträge beschafft hatten. Der Zahlungstransfer wurde dann über sogenannte "Money Mules" – zur Geldwäsche angeworbene Personen – abgewickelt.
Polizei Liezen ermittelt
Im September 2021 wurden Polizisten aus Liezen erstmals auf die Machenschaften der beiden Aufmerksam, nachdem mehrere Anzeigen wegen Internetbetrugs erstattet worden waren. Als die Exekutive dann am 2. Dezember den Anruf eines Ferienhausbesitzers entgegen nahm, ging alles sehr schnell:
Der 46-Jährige hatte gegen 9.00 Uhr in seinem Ferienhaus nach dem Rechten sehen wollte und dabei im Mietauto des Paares zahlreiche Gegenstände (Bücher, Bilder, Mobiliar) aus seinem Haus entdeckt. Der Einheimische stellte das Paar, das sich unter falschen Namen eingemietet hatte und kurz vor der Abreise stand, zur Rede und verständigte die Polizei. Daraufhin nahmen die beiden mutmaßlichen Betrüger die Beine in die Hand und flüchteten in einen angrenzenden Wald.
Polizisten konnten schließlich durch rasches Zusammenführen bisheriger Erkenntnisse die Identität der beiden ermitteln und mit ihrem Spürsinn den Aufenthaltsort des Paares ausforschen.
Noch am selben Abend, gegen 20 Uhr konnten beide, nachdem sie sich abermals unter falschen Namen eingemietet hatten, in einer Unterkunft im Bezirk Liezen festgenommen werden. Im Zimmer befand sich auch ein Hundewelpe, für den das Paar bisher nur die Hälfte des Kaufpreises bezahlt hatte.
Beide zeigten sich zu den Tatvorwürfen umfassend geständig und wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Steyr in eine Justizanstalt – der 31-Jährige nach Garsten, die 33-Jährige nach Linz eingeliefert.
Als Motiv gaben beide Geldprobleme an. Die bisherige Schadenssumme beläuft sich auf mindestens 60.000 Euro. Weitere Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Oberösterreich geführt.