"Biotop" zum Wohnen fertig: Gartenstadt wurde übergeben

Ein ausgeklügeltes Planungskonzept sorgt dafür, dass es die Bewohner der rund 980 Wohnungen, zwei Drittel davon gefördert, an Hitzetagen kühler haben. Daneben kann auf den begrünten Dächern gegartelt oder gechillt werden. Zur Übergabe der Wohnungen kamen auch Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) und Favoritens Bezirksvorsteher-Stellvertreter Gerhard Blöschl (SPÖ, r.) - hier mit Mieter Walter Gagawczuk zu Besuch.
Ein ausgeklügeltes Planungskonzept sorgt dafür, dass es die Bewohner der rund 980 Wohnungen, zwei Drittel davon gefördert, an Hitzetagen kühler haben. Daneben kann auf den begrünten Dächern gegartelt oder gechillt werden. Zur Übergabe der Wohnungen kamen auch Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) und Favoritens Bezirksvorsteher-Stellvertreter Gerhard Blöschl (SPÖ, r.) - hier mit Mieter Walter Gagawczuk zu Besuch.PID/Martin Votava
Die Biotope City (Favoriten) gilt als ökologisches Vorzeigeprojekt und ist ein Highlight der internationalen Bauausstellung. Nun zogen die Mieter ein.

Mit der Biotope City am Wienerberg (Favoriten) beschreitet die Stadt neue Wege, wenn es ums Wohnen im Grünen geht. Das Favoritner Quartier, das gerne als "Gartenstadt" bezeichnet wird, befindet sich auf dem ehemaligen Coca Cola-Fabrikgelände an der Triester Straße, am Übergang zum Naherholungsgebiet am Wienerberg. Es ist umgeben von Business Parks und Hochhäusern im Westen sowie überwiegend Einfamilienhäusern im Osten. Im Süden schließt ein Landschaftsschutzgebiet von 123 ha Größe an. 

Rund 2.000 Bewohner leben ab nun hier in etwa 980 Wohnungen. Zwei Drittel sind geförderte Wohnungen. Die Biotope City ist als Vorzeigebeispiel der nachhaltigen Stadterweiterung ein Highlight der Internationalen Bauausstellung IBA, die im kommenden Jahr in der Seestadt Aspern stattfindet. 

Wohnbau als Mittel zur Klimaanpassung

"In der Biotope City Wienerberg ist es uns erfolgreich gelungen, innovative Wege zur Klimaanpassung zu beschreiten und gleichzeitig leistbares Wohnen sicherzustellen. Das ist nicht nur für den 10. Bezirk, sondern für die ganze Stadt wichtig. Denn um Maßnahmen zum Hitzeschutz künftig noch gezielter einsetzen zu können, ist es entscheidend, dass wir auf weitere positive Erfahrungswerte und Lösungen zurückgreifen können. Die Biotope City Wienerberg nimmt diese Vorreiterrolle hervorragend wahr", erklärt Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ).

Die Versiegelung des Bodens wurde in der Gartenstadt reduziert, das macht Platz für mehr Grün. Zudem ist das Areal komplett autofrei, geparkt wird in Tiefgaragen. Naturnahes Wohnen findet aber nicht nur auf den öffentlichen Flächen rund um die Wohnbauten, sondern auch den begrünten Fassaden und Balkonen statt. 

Gartenstadt kühlt Umgebung um 2 Grad Celsius ab

Von Beginn an wurden bereits groß gewachsene Bäume mit einem Stammumfang von bis zu 35 cm gepflanzt. Innenhöfe und Dachflächen werden fürs Garteln genutzt, die Fassaden mit Veitschi und Glyzinien begrünt, und die Loggien und Balkone mit baulich bereits integrierten Pflanztrögen ausgestattet. Dazu kommt ein kluges Regenwassermanagement. Damit kann nicht nur der neue Stadtteil, sondern auch seine unmittelbare Umgebung um 2° C abgekühlt werden.

Der Baustart erfolgte im Sommer 2017, die Fördermittel der Stadt machen rund 32 Mio. Euro bei Gesamtbaukosten von rund 100,5 Mio. Euro (geförderte Wohnprojekte) aus.

Neues Grätzl im Grünen mit Schule, Hotels und Gewerbe

"Die Biotope City zeigt, wie man Ressourcen – etwa Regenwasser und Baumaterial – nachhaltig einsetzen kann und darüber hinaus mit sozialem Wohnbau verbindet. Auf 54.000 Quadratmetern entstand ein lebenswertes Grätzl mit viel Grün, einem Schulneubau sowie Hotels und Gewerbeflächen. Für dieses nachhaltige Konzept wurde die Biotope-City auch als erstes Projekt weltweit mit der Greenpass Platinum ausgezeichnet", betont Favoritens Bezirksvorsteher-Stellvertreter Gerhard Blöschl (SPÖ).

Für Kurt Hofstetter, Koordinator der IBA_Wien tritt die Biotope City den Beweis an, dass "eine dichtere Bebauung, wirkungsvolle Begrünung sowie ein in hohem Ausmaß geförderter Wohnbau sehr gut miteinander vereinbar sind". Deshalb sei die Biotope City Wienerberg auch Teil der Internationalen Bauausstellung Wien, die international und hierzulande zur Nachahmung und Weiterentwicklung innovativer Projekte ermutigen möchte.

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