Bis 2050 ist die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig

Übergewichtige Menschen leben im Durchschnitt drei Jahre weniger als normalgewichtige. 
Übergewichtige Menschen leben im Durchschnitt drei Jahre weniger als normalgewichtige. istock
Übergewicht ist nicht nur ein individuelles Problem, das die eigene Gesundheit belastet, sondern auch die des Planeten, wie eine neue Studie zeigt.

Bis zum Jahr 2050 könnte knapp die Hälfte der Weltbevölkerung übergewichtig sein, während 500 Millionen Menschen hungern. Diese düstere Prognose entstammt einer Studie von Potsdamer Wissenschaftlern. 

Ausgelöst hat die Entwicklung das global anhaltende Ungleichgewicht bei der Verteilung von Nahrungsmitteln sowie veränderte Ernährungsgewohnheiten. Die Folgen haben unser Gesundheitssystem und unsere Umwelt zu tragen. Eine ungesunde Ernährung sei weltweit das größte Gesundheitsrisiko. Dadurch erhöht sich das Risiko, Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs zu erleiden. 

Mehr als 1,5 Milliarden Menschen werden in die Kategorie der Fettleibigkeit fallen, während ein weiter Teil der Weltbevölkerung weiterhin unterernährt sein wird. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) litten im vergangenen Jahr weltweit 690 Millionen Menschen an Hunger. „Wenn der beobachtete Ernährungswandel weiter anhält, werden wir das Ziel der Vereinten Nationen nicht erreichen, den Hunger weltweit zu besiegen“, sagt Benjamin Bodirsky, Hauptautor der Studie und Ökonom am PIK. „Gleichzeitig wird unsere Zukunft von Übergewicht und Fettleibigkeit in einem extremen Ausmaß geprägt sein.“

„Wir gehen an die Belastungsgrenzen unseres Planeten — und darüber hinaus“

Die Umweltfolgen könnten nicht zu beherrschen sein. In den Industrieländern werden viel zu viele Lebensmittel weggeworfen, weil es keine greifbaren Konsequenzen der Lebensmittelverschwendung gibt. „Es gibt genug Nahrung auf der Welt — das Problem ist, dass die armen Menschen auf unserem Planeten sich diese nicht leisten können. Und in den reichen Ländern spüren die Menschen die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Verschwendung von Nahrungsmitteln nicht“, sagt Ko-Autor Prajal Pradhan. Zugleich werden weltweit mehr Fleisch und Milchprodukte konsumiert. Die Nachfrage nach tierischen Produkten könnte laut den Studienautoren von 2010 bis 2050 auf das Doppelte steigen. Im Fokus sollen eine pflanzliche Ernährungsweise und weniger verarbeitete Lebensmitteln stehen.

Die Untersuchung von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) wurde im Wissenschaftsmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.

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