Viele Pflegeheimbewohner und das Pflegepersonal erleben in diesem Sommer extreme Temperaturen. Eine Befragung der Gewerkschaft Verdi unter 321 Pflegekräften zeigt erschreckende Zustände in deutschen Pflegeeinrichtungen.
In der Spitze wurden Temperaturen von bis zu 45 Grad in den Räumen gemessen. "Temperaturen von bis zu 45 Grad in einigen Pflegeheimen sind für Beschäftigte unerträglich und können für Bewohnerinnen und Bewohner lebensgefährlich sein", warnte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Buehler.
Wie n-tv.de unter Berufung auf die Funke-Zeitungen berichtet, wurden insgesamt 801 Messungen durchgeführt. Die Medianwerte lagen nachts bei 26 Grad, tagsüber bei 28 bis 30 Grad. Laut Arbeitsschutzgesetz müssen ab 30 Grad wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Die Folgen für Bewohner sind gravierend: Elf Prozent der Beschäftigten berichteten von Kreislaufzusammenbrüchen, zehn Prozent von Dehydrierung und neun Prozent von Todesfällen, die mutmaßlich mit der Hitze zusammenhängen.
Die Gewerkschaft fordert von Bund und Ländern ein Sofortprogramm für Hitzeschutz und energetische Sanierung. "Die schon im Alltag viel zu knappe Personalausstattung kollabiert in Hitzephasen vollständig", kritisierte Buehler.