Wien

So will Wiens Feuerwehr noch schneller zum Einsatzort

Die Berufsfeuerwehr Wien optimiert ihre Alarmierungskette. Mit neuen Maßnahmen will man künftig noch schneller eingreifen und Leben retten können.
Yvonne Mresch
10.08.2023, 17:09
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Bei Feuerwehreinsätzen kommt es auf jeden Sekunde an – denn nicht selten sind Menschenleben in Gefahr und es muss schnell gehen. Um die Zeit vom Einlangen eines Notrufs bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu verkürzen, hat das Wiener Team an einigen Schrauben gedreht. Der knapp drei Jahre dauernde Prozess ist nun abgeschlossen und die Ergebnisse liegen vor. Bei einem Pressetermin mit Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) und Branddirektor Mario Rauch wurde "Odak" (Optimierung der Alarmierungskette) vorgestellt.

Voralarm soll Sekunden einsparen

Ein "Voralarm" etwa soll künftig für schnellere Einsätze sorgen. Während die Disponenten noch mit dem Anrufer sprechen, wird im Ernstfall bereits vorab ein Alarm durch ein Gongsignal ausgelöst und über Lautsprecher gesendet. Dadurch wird die Mannschaft informiert und kann sich vor der eigentlichen Alarmierung bereitmachen. Unterteilt wird die Alarmierung in die Gebiete "Brand", "Technik", "Schadstoff" und "Tauchermobilisierung". 

Einsatz-Tablets und Alarmbildschirme

Auch die Digitalisierung wird genutzt, um Zeit zu sparen und die Qualität der Einsätze zu erhöhen: Über eine Smartphone-Ortung kann der Standort der Anrufer nun leichter ausfindig gemacht werden. "Angaben wie 'ich sehe den Donauturm' sind zwar aufgrund der Notsituation verständlich, helfen uns aber nicht weiter", resümiert Wolfgang Nikolaus von der Berufsfeuerwehr.

Alarmbildschirme auf allen 24 Wachestützpunkten zeigen zudem einen Ausschnitt des Plans, die Einsatzadresse sowie die alarmierten Fahrzeuge an. Einsatz-Tablets versorgen die Mitarbeiter zusätzlich mit wichtigen Informationen, etwa wo es Hydranten gibt oder breite Straßen für LKW. Mithilfe der neuen Maßnahmen soll bis zu eine Minute an Zeit eingespart werden. 

Hanke: "Gehören zu den besten in Europa"

"Es gilt, jede Sekunde zu hinterfragen und zu verkürzen", erklärt der zuständige Stadtrat Peter Hanke (SPÖ). "Denn es geht um Sekunden und es geht um Lebensrettung." Wiens Einsatzkräfte gehören zu den besten im europaweiten Vergleich, betont Hanke. "Unser Ausbildungsschema ist auf höchstem Niveau und jeder Cent hier gut investiert. Wir sind im Spitzenfeld und leben wirklich in einer sicheren Stadt."

1.930 Mitarbeiter sind bei der Wiener Feuerwehr auf 24 Wachen tätig. Sie leisten Hilfe bei Notständen, retten Menschen und Tiere oder bergen Leichen. Im Vorjahr gab es durchschnittlich 104 Einsätze täglich. Das ergibt in Summe rund 38.000 Einsätze pro Jahr!

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