Österreich

Bitter: So wenig Sonne wie noch nie!

Heute Redaktion
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Das anhaltende Winterwetter macht vor allem den Menschen in Ostösterreich weiter zu schaffen. In Wien gab es mit 206 Sonnenstunden laut ZAMG-Klimatologen Alexander Orlik einen Negativrekord zu vermelden, der 38 Prozent unter dem Mittelwert mit 332 Stunden liegt. Einen meteorologisch ungemütlicheren Frühlingsbeginn gab es zuletzt im Jahr 1944.

Das macht vor allem den Menschen in Ostösterreich weiter zu schaffen. In Wien gab es mit 206 Sonnenstunden in den ersten drei Monaten laut ZAMG-Klimatologen Alexander Orlik einen Negativrekord zu vermelden, der 38 Prozent unter dem Mittelwert mit 332 Stunden liegt. Einen meteorologisch ungemütlicheren Frühlingsbeginn gab es zuletzt im Jahr 1944.

Dunkle Tage waren von Jänner bis März im Nordosten Österreichs an der Tagesordnung. Besonders die ersten beiden Monate waren mit mehr als 50 Prozent unter dem Mittelwert kaum erhellend - erst der März näherte sich mit rund 15 unter dem Schnitt wieder der Norm.

"Dunkles und trübes Wetter ist der Auslöser der saisonabhängigen Depression", weiß Psychoanalytikerin Rotraud Perner. Die drückende Stimmung bekommt man dabei eher zu spüren, wenn man urban ist, denn "Stadtmenschen haben es schlechter." Bewohner der Bundeshauptstadt hatten es also doppelt schwer.

Ungemütlicher Frühling wie seit 1944 nicht mehr

Das hat am Mittwoch in Niederösterreich bis zu zwölf Zentimeter Neuschnee gebracht. Ein paar weniger in Wien und im Burgenland. Das, was Ostösterreich derzeit wettertechnisch durchmachen muss, geht auch statistisch gesehen auf keine Kuhhaut. Genauer gesagt: Einen meteorologisch ungemütlicheren Frühlingsbeginn gab es zuletzt im Jahr 1944.

Laut wird der 7. April, der kommende Sonntag, der 17. Tag hintereinander sein, in dem die Temperaturen in Wien die Zehn-Grad-Marke verfehlen. Ebenfalls ein neuer Minusrekord.

"Auch wenn die Schneemengen nicht aufregend sind - für Wien ist dieses Ereignis schon recht außergewöhnlich", zwischenbilanzierte Alexander Orlik, Klimatologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwoch. Denn in Verbindung mit den konstant tiefen Temperaturen ergibt das schon eine beeindruckend ungastliche Mischung.

Seit 22. März kein Tag über zehn Grad

"In Wien gab es seit dem 22. März keinen Tag, an dem es über zehn Grad gehabt hat. Und so wie es aussieht, werden wir am 7. April den 17. Tag haben, an dem das der Fall ist", so Orlik. 16 Tage unter zehn Grad nach Frühlingsbeginn, das gab es zuletzt 1944 und 1906.

Noch eine Auffälligkeit: "In Wien haben wir aktuell (rund um den 3. April, Anm.) eine Abweichung zum langjährigen Mittel von sieben Grad", errechnete Orlik. In Poysdorf (NÖ) oder auch in Bad Gleichenberg (ST) sind es sogar knapp acht Grad. Zum Vergleich: In Innsbruck sind es lediglich drei. Überhaupt ist der Westen Österreichs etwas bevorteilt - weniger Schnee, weniger Kälte. Und trotzdem ist auch dort der Frühlingsbeginn 2013 deutlich zu kalt ausgefallen.

Trotzdem: Der Frühling kommt künftig früher

Trotz allem sind sich die Meteorologen einig: In Mitteleuropa kommt der Frühling früher. Das werden sie am Donnerstag beim 14. Österreichischen Klimatag in Wien berichten. Der Trend sei nun einmal, dass seit Mitte der 1980er-Jahre der Frühling im Schnitt um etwa fünf Tage pro zehn Jahre früher kommt. Vor allem bei Ereignissen, die Ende April und Anfang Mai stattfinden, wie die Flieder- und Rosskastanienblüte, zeigt sich das Vorrücken des Frühlings sehr beständig. Das heurige Wetter sei eine Schwankung entgegen dem Trend.