Bizarres Chaos um versteigerte Luxus-Jacht von Briatore

Flavio Briatore auf der versteigerten Jacht.
Flavio Briatore auf der versteigerten Jacht.Twitter
Italien hat Flavio Briatores Jacht beschlagnahmt – das Urteil wurde aufgehoben. Bernie Ecclestone hat sie allerdings schon vom Staat ersteigert.

Großer Wirbel um eine der größten Jachten der Welt: Ein italienisches Kassationsgericht hat am Donnerstag angeordnet, dass die Beschlagnahmung der "Force Blue" rückgängig gemacht wird, wie "Corriere della Sera" berichtet. Der italienische Staat hatte die 63 Meter lange Jacht 2010 im Rahmen einer Untersuchung wegen Steuerhinterziehung konfisziert. Jetzt müssten die Steuerbehörden dem Millionär Flavio Briatore seine Luxusjacht zurückgeben. Nur: Im Januar war die "Force Blue" versteigert worden - an den ehemaligen Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone.

Das Drama um die "Force Blue" begann vor Jahren. Flavio Briatore ließ die Jacht unter der Firma "Autumn Sailing Ltd" auf den Cayman-Inseln registrieren, welche ihm die als Charter-Jacht gemeldete "Force Blue" vermietete. Auf diese Weise waren Steuervergünstigungen möglich.

Staat entgingen 3,6 Mio. Euro an Steuern

Ein italienisches Gericht urteilte, dass die Jacht jedoch zwischen Juli 2006 und Mai 2010 mehrheitlich für private Zwecke benutzt worden sei. Für den Gebrauch in italienischen Gewässern als normaler Besitzer hätte Briatore Steuern zahlen müssen. Dabei ging es um 3,6 Millionen Euro.

Im Mai 2010 kamen Beamte der Guardia di Finanza auf das Luxusboot während Flavio Briatore mit seiner damaligen Frau Elisabetta Gregoraci, den gemeinsamen Sohn Nathan Falco und eine 20-köpfige Crew an Bord waren. Die "Force Blue" wurde in der ligurischen Hafenstadt La Spezia beschlagnahmt. 2015 verurteilte das Strafgericht Genua den Geschäftsmann zu einem Jahr und elf Monaten Haft auf Bewährung. Briatore ging in Berufung. 2018 wurde das Urteil auf 18 Monate verringert.

Eine Jacht im Wert von 20 Mio. Euro für 7,49 Mio. versteigert

Ende Dezember 2020 gab ein Berufungsgericht Genua grünes Licht für die Versteigerung der Jacht, weil die Instandhaltungskosten sehr hoch waren. Der Staat hatte 2019 das Schiff wieder zu Wasser gebracht, um mit einem Charter-Service diese hohen Kosten zu decken, doch mit Beginn der Pandemie musste der Dienst wieder eingestellt werden.

Briatores Anwälte versuchten vergeblich, die Versteigerung zu verhindern. Briatore bot auch an, die Instandhaltungskosten zu übernehmen. Nichts half: Anfang Januar 2021 kam die "Force Blue" ab einem Preis von sieben Millionen Euro unter den Hammer - weit unter dem realen Wert, der auf 20 Millionen Euro geschätzt wird. Am 29. Januar ging das Schiff schließlich für 7,49 Millionen an den 91-jährigen Bernie Ecclestone.

Was nun mit der "Force Blue" passiert, liegt wohl in der Entscheidung von Briatores Anwalt Fabio Lattanzi. Es bleibe nun abzuwarten, ob Briatore eine Schadenersatzklage gegen den italienischen Staat einreichen wolle, schreibt "Il Giornale". Bis jetzt die einzige Reaktion auf das Urteil: "Ich bin glücklich und zufrieden", sagte Anwalt Lattanzi.

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