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"Killer der Meere" – neue Plage sucht Italien heim

Aufgrund einer regelrechten Invasion der eingewanderten Blaukrabbe macht Italiens Regierung jetzt 2,9 Millionen Euro locker. 

Lucas Ammann
Mit ihren Zangen zerschneiden die Blaukrabben auch Fischernetze.
Mit ihren Zangen zerschneiden die Blaukrabben auch Fischernetze.
GENT SHKULLAKU / AFP / picturedesk.com

Die Blaukrabbe - auch Blaue Schwimmkrabbe genannt - ist eigentlich im Atlantik heimisch und kommt vor allem an der Ostküste der USA sowie im Golf von Mexiko vor. Doch seit einiger Zeit wird das Schalentier auch vermehrt in europäischen Gewässern gesichtet. Im italienischen Teil der Adria gibt es sogar eine regelrechte Invasion. 

Muschelproduzenten bedroht 

Die besonders aggressive Krabbenart frisst in laugenartigen Gebieten in Italien Muscheln, Fischrogen und andere Wasserlebewesen - daher wird sie auch als "Killer der Meere" bezeichnet und ist für Italiens führende Muschelproduzenten eine rieisge Bedrohung. "Die Tätigkeit der kleinen Fischer in Italien ist in Gefahr“, warnt etwa der dortige Präsident des Landwirtschaftsverbands Coldiretti, Ettore Pandini. Medienberichten zufolge sind bis zu 3.000 Fischereibetriebe in der Region an der Mündung zur Adria bedroht.

Ein kulinarischer Lichtblick gibt es jedenfalls: Adria-Fischer liefern die Blaukrabbe jetzt verstärkt an Restaurants in Venedig und Triest. Diese haben die Blaue Schwimmkrabbe nämlich auf die Speisekarte gesetzt. Auch von der italienischen Politik gab es Appelle an Italiens Köche: Sie mögen doch Gerichte mit dem Schalentier kreieren. 

2,9 Millionen Soforthilfe

Um die Muschelproduzenten zu unterstützen, hat die italienische Regierung ein Soforthilfe-Paket in der Höhe von 2,9 Millionen Euro beschlossen. Mit diesen Geldern soll in groß angelegten Aktionen der Fischereigenossenschaften versucht werden, die Krabben-Invasion einzudämmen. Die Tiere greifen nämlich auch Fische an und zerschneiden ganze Fischernetze. 

Für den Menschen stellt die Krabbe keine direkte Gefahr dar, treten sie jedoch in Massen auf, sollte man dennoch das Weite suchen. Dann können sie nämlich aggressiv werden.

Ursache ungeklärt

Experten rätseln unterdessen über die Ursache der rasanten Verbreitung im Mittelmeerraum. Ein möglicher Zusammenhang mit dem Klimawandel muss noch untersucht werden. 

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