Blinde Eltern dürfen kein blindes Kind haben

Blinde Eltern wollen ein blindes Kind adoptieren und wurden von der Volksanwaltschaft abgelehnt. Als Grund wird angegeben, dass blinde Eltern ihr blindes Kind nicht kompetent unterstützen könnten. Nun klagt das Paar - und versucht es in Wien noch einmal.

 

Die Volksanwaltschaft wies den Antrag auf Adoption eines blinden Ehepaars in Oberösterreich ab. Es werde bezweifelt, dass ein blindes Ehepaar die notwendige Kompetenz besitze, auf die speziellen Bedürfnisse eines blinden Kindes einzugehen.

FPÖ: "Welch ein Ignorant, ..."

Der Behindertensprecher der FPÖ hingegen sieht das anders: "Vor allem blinde Eltern sind ganz besonders dazu geeignet, einem blindem Kind die Welt mit allen anderen Sinnen näher zu bringen und es auf ein glückliches Leben auch ohne Augenlicht optimal vorzubereiten. Welch ein Ignorant, der das nicht erkennt."

Klage wegen Diskriminierung

Das blinde Ehepaar mit dem Kinderwunsch hat inzwischen eine Klage wegen Diskriminierung gegen die Bundeshauptmannschaft Linz-Land eingebracht. Am Montag war die erste zivilrechtiliche Verhandlung. Der Anwalt des Landes Oberösterreich habe dabei aber bestritten, das Paar diskriminiert zu haben .

LH-Stellvertreter versteht Vorwurf nicht

Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl von der SPÖ kann den Diskriminierungsvorwurf nicht nachvollziehen. "Es kann jederzeit wieder ein blindes Paar einen Antrag auf Adoption stellen", so Sprecher Harald Scheiblhofer.

2. Versuch in Wien

Das Ehepaar ist in der Zwischenzeit nach Wien gezogen. Dort wollen sie erneut versuchen, ein Kind zu adoptieren. Das bestätigt auch das Jugendamt (MA 11). Bis wann die hoffnungsvollen Eltern allerdings mit einer Entscheidung rechnen können, ist noch offen. "Ein paar Wochen wird es schon noch dauern", so die Sprecherin.

 

APA/Red.

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