Gute Nachrichten für blinde Menschen: Eine neuartige Gentherapie kann manchen Erblindeten zumindest teilweise das Sehvermögen zurückgeben. Das optogenetische Verfahren hat sich in einer experimentellen Studie als sicher erwiesen.
Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. In der Studie wurden zehn blinde Menschen behandelt, die an der erblich bedingten Retinitis pigmentosa im fortgeschrittenen Stadium leiden.
Wie der Spiegel meldet, wurde den Probanden die genetische Bauanleitung für ein lichtempfindliches Protein in das schlechtere Auge injiziert. Eine spezielle Brille mit eingebauter Kamera gibt Veränderungen der Umgebung als orange-rote Lichtpulse weiter.
Dadurch wird das Protein in den noch vorhandenen Ganglienzellen der Netzhaut aktiviert. Mehrere Teilnehmer konnten mit der Brille wieder Objekte wahrnehmen, eine Türöffnung finden oder einer Linie folgen.
Messungen der Hirnaktivität haben bestätigt, dass visuelle Informationen das Sehzentrum des Gehirns tatsächlich erreichten. Patienten, die länger mit der Brille trainierten, schnitten bei den Tests besser ab.
Für die Methode der Optogenetik wurden erst am Montag die deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie ihr US-Kollege Karl Deisseroth mit dem Nobelpreis geehrt.
Normales Sehvermögen stellte die Behandlung allerdings nicht wieder her, räumt das Institut ein. Die Teilnehmer konnten nicht lesen oder Gesichter erkennen. Dennoch markiere die Studie einen "bedeutenden Fortschritt" als Grundlage für die Weiterentwicklung optogenetischer Therapien.