Starkes Gewitter riss Richard R. am 1. August um 5 Uhr früh aus seinem Bett. Als er ins Wohnzimmer ging, hörte er einen lauten Knall. "Es wurde plötzlich heller im Raum. Ich wusste, dass ein Blitz eingeschlagen hat", erzählt der 54-Jährige im "Heute"-Gespräch. Rauchschwaden stiegen bereits aus dem Dachstuhl des Hauses in Neudorf bei Landsee (Bgld.) auf – dann ging alles ganz schnell.
"In weniger als fünf Minuten stand alles in Flammen", schildert der Wiener, der seit über 20 Jahren im Burgenland lebt, erschüttert. "Du bist machtlos und musst dabei zuschauen, wie Dein Haus abbrennt". Feuerwehr-Einsätzkräfte aus sechs verschiedenen Gemeinden rückten in kürzester Zeit an und begannen mit den Löscharbeiten. "Bis zum 'Brand aus' dauerte es Stunden."
Das Ehepaar steht nun vor den Trümmern seiner Existenz. "Es ist alles verbrannt, unser ganzes Hab und Gut, alle Fotos von unseren Kindern und Enkelkindern", ringt Richard R. um Fassung. "Unser Haus ist stark einsturzgefährdet, wir müssen es komplett abtragen und ein neues bauen." Der Schaden wird sich auf mehrere 100.000 Euro belaufen.
Für den Wiener, der sich vor kurzem als Direktvermarkter mit Obst- und Gemüse-Produkten selbstständig gemacht hat, ist die Situation finanziell schwer zu stemmen. "Ich muss mir jetzt einen neuen Job suchen." Die Produktion, die in der heimischen Küche unter Einhaltung aller Auflagen stattgefunden hat, ist nun eingestellt. Die Küche gibt es nicht mehr.
Bis das neue Haus gebaut ist – "das wird auf jeden Fall ein Jahr dauern" – wohnen Sabine und Richard R. einer kleinen Wohnung von Freunden. "Die Hilsbereitschaft in der Nachbarschaft ist enorm. Wir sind so dankbar", sagt der plötzloch obdachlos Gewordene.
Eine Freundin des Ehepaars hat nun eine Spendenaktion für Familie R. ins Leben gerufen. Neben Sachspenden wird vor allem Geld benötigt. Das Spendenkonto lautet AT55 3301 4000 0103 5609.