Basel-Täterin (75) hatte einen amtlichen Vormund

Die offenbar geistig verwirrte Tätverdächtige war den Behörden bekannt. Die 75-Jährige hatte nach einem Konkurs einen amtlichen Beistand.

Nach der Bluttat in Basel, bei der eine 75-jährige Frau einen siebenjährigen Buben mit einem Stich in den Hals tödlich verletzte, bleibt das Tatmotiv weiterhin ein Rätsel. Die mutmaßliche Täterin hatte sich Stunden nach der Tat selbst bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Zuvor hatte sie, wie am Freitag bekannt wurde, mehreren Personen und Institutionen von ihrer Tat berichtet.

Ihr Opfer wählte sie offenbar zufällig aus. "Die Frau kannte das Kind nicht", erklärte Kriminalkommissar Peter Gill am Freitag. Die Tatverdächtige ist möglicherweise Schuldunfähig. Eine psychiatrische Begutachtung wurde angeordnet. Über eine einschlägige Vorgeschichte oder frühere Behandlungen ist noch nichts bekannt.

Die 75-Jährige ist aber sehr wohl behördenbekannt, wie Telebasel und 20 Minuten recherchiert haben. Nach einem Konkursverfahren wurde sie spätestens 2008 bevormundet. Sie hatte damals Schulden über 100.000 Franken (knapp 90.000 Euro) angehäuft.

Wie es dazu kam, ist nicht bekannt. Ebenso ist nicht bekannt, wo sie zuletzt wohnte. Aus einem Appartmenthaus, das gut einen Kilometer vom Tatort entfernt ist, zog sie im Juni letzten Jahres aus. Dann verliert sich die Spur. Auch im Internet hinterließ die Frau mit Wurzeln im Kanton Luzern keine Spuren.

Behörden machen keine Angaben

Wenn sie nach wie vor einen amtlichen Beistand hatte, wäre die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt für ihre Unterbringung verantwortlich gewesen. Es ist allerdings unklar, wie umfassend die Beistandschaft war. Das Gericht listet vier verschiedene Beistandschaften auf, von der begleitenden bis zur umfassenden, bei der die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person praktisch vollständig entfällt.

Die Staatsanwaltschaft kommentierte oder bestätigte die Einzelheiten zur Person der Tatverdächtigen nicht. "Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens äußern wir uns dazu im Moment nicht", erklärte Peter Gill, der Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft. Auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt konnte Angaben zu ihrer Person auf Anfrage weder bestätigen noch kommentieren.

(lha/las)

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