Österreich

Killer (57) lebte noch zwei Tage neben totem Vater

Heute Redaktion
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Eine Bluttat erschüttert die Siedlung St. Pölten-Waitzendorf: Ein 57-Jähriger soll seinen Vater mit einem Schraubenzieher getötet und dann zwei Tage neben der Leiche gehaust haben.

Tatort St. Pölten-Waitzendorf, eine Siedlungsgemeinschaft mit Dorfcharakter nur rund 2,5 Kilometer entfernt vom St. Pöltner Stadtkern: Am Siedlungsrand, in einem heruntergekommenen Haus am Ende einer Quergasse, soll sich bereits am Dienstag ein blutiges Drama abgespielt haben: Ein 57-Jähriger, der einen Erwachsenenvertreter hat (Anm.: früher hieß es Sachwalter), soll mit einem Schraubenzieher seinen betagten Vater (85) erstochen haben. Der Verdächtige soll dabei mehrmals das Werkzeug in den Oberkörper des Rentners gerammt haben.

Erst am Gründonnerstagnachmittag fanden die Tochter und der Erwachsenenvertreter des Verdächtigen die Leiche des Pensionisten in der Badewanne. Der 57-Jährige ließ sich daraufhin von der Polizei festnehmen, leistete keinen Widerstand und zeigte sich zum Gewaltverbrechen geständig ("Heute" berichtete).

Psychiatrisches Gutachten

Der 57-Jährige wohnte erst seit kurzer Zeit gemeinsam mit seinem Vater im Haus in Waitzendorf, der psychisch labile 57-Jährige soll immer wieder auffällig gewesen sein. "Neben der Obduktion werden wir mit Sicherheit auch ein psychiatrisches Gutachten einholen", sagte der St. Pöltner Staatsanwalt Leopold Bien am Freitagmorgen zu "Heute".

Der 57-jährige Tatverdächtige wurde noch Donnerstagabend in die Justizanstalt Sankt Pölten eingeliefert - demnächst wird die Staatsanwaltschaft einen Alternativantrag stellen (Anm.: vermutlich wird der Verdächtige zunächst in U-Haft sein, wenn das Gutachten eingelangt ist und eine Unzurechnungsfähigkeit vorliegt - dann wird die U-Haft in eine sogenannte Anhaltung umgewandelt).

Randnotiz für Statistiker: Es war der erste vollzogene Mord in Niederösterreich, ja sogar bundesweit, seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen.