Ende April soll ein 29-jähriger Mann aus Steyr in Graz-Wetzelsdorf seine 39-jährige Liebschaft erstochen haben. "Dem Opfer wurden zahlreiche Stichverletzungen am gesamten Körper hinzugefügt, wobei dabei unter anderem lebenswichtige Organe verletzt wurden", hieß es damals seitens der Polizei. Bei der anschließenden Flucht raste der Bodybuilder in ein entgegenkommendes Fahrzeug. Der Lenker des Autos wurde bei dem Zusammenstoß tödlich verletzt. Der Unfallverursacher erlitt schwere Verletzungen und lag tagelang im Koma.
Die Staatsanwaltschaft Graz hat gegen den 29-Jährigen Anklage wegen zweifachen Mordes erhoben. Darüber hinaus wurde auch eine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum beantragt.
Wie die "Krone" berichtet soll die 39-jährige in Graz als Domina tätig gewesen sein. Bereits im Jänner soll es zu einem ersten Treffen der beiden gekommen sein. Kurz danach verbrachten die beiden auch privat ihre erste gemeinsame Nacht. Der Mann soll als ihr "Sklave" agiert und sie als "Herrin" angesprochen haben. Ohne ihre Erlaubnis durfte der Mann aus Steyr nichts machen. Dabei soll die Frau auch auf harte körperliche Attacken zurückgegriffen haben.
Zwei Tage vor dem Mord soll der Bodybuilder auf eine für ihn körperlich so schmerzhafte Weise bestraft worden sein, dass die Liebe der beiden darunter litt. Der Mann soll zudem unter Panikattacken und rasender Eifersucht gelitten haben. Als ihn eine Panikattacke aus dem Schlaf riss, vermutete der 29-Jährige laut Staatsanwaltschaft, dass die Frau ihn betrügen würde. Nachdem er der 39-Jährigen das Handy entrissen hatte, stach er mit einem Küchenmesser mehrmals auf die Frau ein, fügte ihr dadurch tödliche Verletzungen zu.
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Wie sein Verteidiger Gerakd Ruhri gegenüber der "Krone" erklärt, sei die Beziehung der beiden "hochemotional" gewesen. Aus diesem Grund gehe er von Totschlag und nicht Mord aus. Außerdem soll der Angeklagte seinen BMW nicht absichtlich in den Wagen des zweiten Todesopfers gesteuert haben. Laut Ruhri habe der 29-Jährige im Fahrzeug eine Schnittwunde am Unterarm bemerkt. "Er wollte die Verletzung abdrücken und kam so aber auf die Gegenfahrbahn", erklärt der Anwalt gegenüber der "Krone".