Welt

BMW-Fahrer zeigt Radar Mittelfinger – 1.200 Euro Strafe

Ein Lenker wurde in Deutschland für eine kleine Geschwindigkeitsübertretung schwer bestraft, weil er die Polizei beleidigte. 
20 Minuten
10.02.2022, 15:34

Das Amtsgericht in Ratingen, einem Vorort von Düsseldorf, hat am Dienstag eine Strafe in Höhe von 1200 Euro gegen einen Autofahrer verhängt – wegen Beleidigung. Der Lenker war im Januar letzten Jahres geblitzt worden, als er in seinem BMW mit 60 statt den erlaubten 50 Kilometern pro Stunde über die Mettmanner-Strasse gefahren war. Doch nicht diese «kleine» Geschwindigkeitsübertretung führte zur exemplarischen Strafe, sondern die Tatsache, dass der Lenker seinen Mittelfinger zielgerichtet in die Radar-Kamera hielt, als er in überhöhtem Tempo vorbeifuhr.

"Respektlosigkeit gegenüber Polizeibeamten"

Wie die Polizei NRW Mettmann auf ihrem Facebook-Account schreibt, handle es sich bei diesem Vorfall um ein weiteres Beispiel von "Respektlosigkeit gegenüber Polizeibeamten". Immer wieder würden Radarmessgeräte "umgetreten, mit Warnwesten verhüllt, angesprüht oder einfach weggestellt", so die Behörde. Auch würden "geblitzte" Verkehrsteilnehmer manchmal die verbale Auseinandersetzung mit den Beamten suchen, die die Messstellen betreuen. "In einem Fall ist einer unserer Kollegen sogar körperlich angegriffen und verletzt worden", heißt es.

Der Raser hatte nur wenig Interesse an der Polizei.
20minuten

Was möglicherweise ebenfalls zur Busse von 30 Tagessätzen á 40 Euro geführt habe, ist ausserdem die Tatsache, dass der BMW-Lenker keine Reue für seine Tat gezeigt habe. "Es kam zu keiner Entschuldigung", meldet die Polizei von Nordrhein-Westfalen weiter.

Kuriose Blitzer auch in der Vergangenheit 

Stinkefinger gegen die Radarkamera, Velofahrer auf dem Hinterrad in einer 30er-Zone oder zeitungslesende Lenker – Blitzer fangen ab und zu kuriose Aufnahmen ein. Besonders schräg ist ein Blitzerfoto vom August 2016, auf dem der Mitarbeiter einer privaten Blitzerfirma beim Arisdorftunnel auf der A2 vom Radar erwischt wurde – samt eigenem Blitzgerät. Auch das Foto einer deutschen Radarfalle, auf dem der Lenker während des Fahrens seiner Beifahrerin an die Brust fasst, ist nicht alltäglich.

Dass nicht nur Menschen in Radarfallen geraten, zeigt ein Beispiel aus Köniz BE. Im April 2018 wurde dort in einer 30er-Zone eine Ente mit 52 km/h geblitzt. Und in Moers (D) wurde im gleichen Monat ein Hund beim Häufchen machen fotografiert. Mit dem Kommentar «Storys of our Life: Das wahre Leben...» veröffentlichte die Polizei das Hunde-Foto damals auf Twitter.

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen