BMW-Raser schrottet Blitzer, nun muss er ins Gefängnis

Mit einem BMW schrottete ein Aargauer die Messanlage an der Breitestrasse in Winterthur
Mit einem BMW schrottete ein Aargauer die Messanlage an der Breitestrasse in Winterthur20 Minuten / Stadtpolizei Winterthur
Mit fast 100 km/h wurde ein Italiener im Ortsgebiet von Winterthur (CH) geblitzt. Danach beschädigte er den Radarkasten. Nun wurde er verurteilt.

Mit 97 statt 40 km/h ist ein Aargauer BMW-Fahrer nach einem fröhlichen Abend mit seiner Partnerin geblitzt worden. Das war an einem Freitagabend im November 2019 kurz vor Mitternacht auf der Breitestrasse in Winterthur. Grund: Er hatte ein Auto überholt – an einer unübersichtlichen Stelle bei regnerischer und kalter Witterung.

Beim Überholmanöver fuhr er auch links an einer Fußgängerinsel vorbei. "Ich musste überholen, weil ich so schnell kam", sagte der Autospengler laut "20 Minuten" beim Prozess. Warum er das Tempo drauf hatte, weiß er nicht mehr. "Zum Glück kam niemand entgegen."

Am Donnerstag muss sich der 30-jährige Raser nun unter anderem wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln verantworten. Doch nicht nur das. In der Anklageschrift geht es auch um Sachbeschädigung.

"Kurzschlussreaktion"

Nachdem er geblitzt worden war, hielt er an und fuhr mit seinem BMW rückwärts gegen die Messanlage. Diese schob er über eine Distanz von 15 Metern gegen Treppengeländer und Gartenmauer einer Liegenschaft – "mit voller Absicht", wie es heißt.

"Es war eine Kurzschlussreaktion", sagt der Familienvater. Es habe sich eine Wut angestaut gehabt vom ganzen Leben. "Ich wollte das Foto löschen."

Mit einem BMW schrottete ein Aargauer die Messanlage an der Breitestrasse in Winterthur
Mit einem BMW schrottete ein Aargauer die Messanlage an der Breitestrasse in Winterthur20 Minuten

Dabei entstand am Gerät ein Schaden von umgerechnet mehr als 105.000 Euro. Danach beging er Fahrerflucht. Doch der Polizei konnte er nicht entkommen, noch in der Nacht konnte der Mann ermittelt und festgenommen werden.

Als wären die Temposünde und Zerstörungswut noch nicht genug, kommt noch dazu, dass er das Auto in fahrunfähigem Zustand gelenkt habe. Neben einem Medikament hatte er Bier, Wein und Grappa intus.

Wiederholt verurteilt

Der Beschuldigte, der mit kurzen Haaren und Bart in Hemd und Jeans vor Gericht erschien, gesteht die Tat und zeigte sich reuig. "Ich schäme mich und es tut mir leid." Bestraft wird der Aargauer mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Davon muss er 6 Monate absitzen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann bestraft wird. Neben der Freiheitsstrafe werden auch zwei in den Jahren 2017 und 2019 bedingt ausgesprochene Geldstrafen vollzogen. Es handelt sich um einen Gesamtbetrag von 12.000 Euro.

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