Bootsvermieter klagen über extremen Wildwuchs

Der Wildwuchs von Seegras & Schlingpflanzen in der Alten Donau ist 2017 extrem ausgeprägt. Nun bangen die Bootsvermieter sogar um's Geschäft!

"Heute"-Lokalaugenschein an der Alten Donau am Montag in Wien: Nicht nur in Ufernähe und ruhigen Buchten wuchern die Wasserpflanzen wie nie zuvor, auch auf den Fahrrinnen für Boote und Segler reicht der Bewuchs bis fast an die Oberfläche. Besitzer von Badehäusern- und Stegen greifen zur Selbsthilfe und holen das "Gemüse" mit langen Rechen aus dem Nass.

E-Motoren blockieren

Fast schon geschäftsstörend ist der Wildwuchs für die zahllosen Bootsvermieter am beliebten Gewässer, manche fürchten bereits Umsatzeinbußen. Marianne Kukla vom Verleih "Kuki's Kombüse" ist verärgert: "Immer wieder bleiben die E-Motoren stecken, weil die Pflanzen die Schrauben blockieren."

Eigener Abschleppdienst

Die Betreiberin hat erstmals in diesem Sommer einen eigenen Bootsmann verpflichtet, der "steckengebliebene" Kunden zurück in die Marina an der Wagramerstrasse schleppt. Kukla, nahe der Verzweiflung: Wir haben schon mehrmals bei der Gemeinde angefragt, ob man nicht mehr Mähboote einsetzen könnte."

Ufernähe meiden

Die Betreiber des hippen Verleihs "Schinakl" am Laberlweg klagen ebenfalls über die Wasserpflanzen: "Wir raten unseren Kunden, nicht zu Nahe am Ufer entlangzufahren, aber das alleine reicht nicht." Bei Wegfahren erhält man zudem den Tipp, beim Nachlassen des E-Motors diesen einmal kurz vorwärts und rückwärts zu steuern. Dadurch soll sich das Seegras lösen.

Was sind Makrophyten?

Makrophyten sind Pflanzen, die gänzlich unter Wasser assimilieren: Beispiele sind Grundnessel, viele Laichkräuter, Nixenkrautgewächse, Saldengewächse, Seegrasgewächse, Tausendblatt, Teichfaden, Wasserfeder, Wasserpest, aber auch einige Moose wie Javamoos, Pellia endiviifolia oder Quellmoos.

Da die Wuchsformen innerhalb der Gruppe der Wasserpflanzen sehr vielfältig sind, gibt es auch verschiedenste Anpassungen, die teils bei vielen, teils nur bei manchen Vertretern vorkommen.Viele Wasserpflanzen, besonders solche in stehenden Gewässern, verfügen über Luftgewebe (Aerenchym), über das Sauerstoff in die Stängel und Wurzeln gelangen kann.

Weiteres Mähboot angemietet

Martin Jank vom Wiener Gewässermanagement beruhigt: "Wir waren dieses Jahr schon im März unterwegs. Damals und demnächst werden wir eine Tiefemahd durchführen" Und: Erstmals wird nun ein weiteres Boot angemietet, um dem Wildwuchs der Makrophyten (siehe Infobox) besser in den Griff zu kriegen. Schuld an der extrem Lage dürften die hohen Temperaturen um die 30 Grad schon im Juni sein.

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