"Border": Das Monströse im Menschlichen wittern

Ein innovativer Genre-Mix aus dem hohen Norden. Sehr interessant, nicht immer leicht verdaulich.
Wer sich in der Komfortzone Popcorn-Kino zuhause fühlt, wird "Border" befremdlich finden. Im Semi-Dokumentarstil klebt die Kamera an den Protagonisten, verzichtet auf schnelle Cuts und Bildmontagen. Zudem kommt der Film fast völlig ohne Soundtrack aus und verzichtet somit auf emotionale Wegweiser. Bei Hineinfühlen in die Geschichte ist man auf sich allein gestellt.

Angenehm ist das selten, aufregend allerdings schon. Vor allem, weil "Border" in keine Schublade passt und bis zum Ende völlig unberechenbar bleibt. Die schwedisch-dänische Koproduktion beginnt als Romanze, biegt in eine Thriller-Nebenhandlung ab und spielt mit Fantasy- und Horrorelementen.

Der Trailer von "Border":



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Außenseiter unter sich



Das Gesicht von Tina (Eva Melander) ist entstellt, ihre Zähne sind schief, ihre Nägel ständig dreckig. Bei der Zollwache hört trotzdem alles auf ihr Kommando. Tina besitzt nämlich die Fähigkeit, Gefühle zu riechen. Etwas an ihr vorbeizuschmuggeln ist praktisch unmöglich.

Zwei Kontrollen setzen die Handlung von "Border" in Gang. Tina erschnüffelt einen verborgenen Datenstick mit Kinderpornos und wird in die Ermittlungen der Polizei eingebunden. Kurz danach begegnet sie Vore (Eero Milonoff), der ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, aber rein gar nicht unter seinem Äußeren zu leiden scheint. Tina fühlt sich sofort zu ihm hingezogen.

Fazit:



Poetisch und befreiend, grausig und verstörend – "Border" ist selbst im Vergleich mit den exotischeren Blüten des Independent-Kinos ein Unikat. Am besten nicht mit Vorsicht, sondern mit viel Neugier genießen.

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"Border" startet am 12. April 2019 in den österreichischen Kinos. Bei den heurigen Oscars war der Film in der Sparte "Make-up und Hairstyling" nominiert, bei den Filmfestspielen von Cannes gewann er im Vorjahr den "Un Certain Regard"-Preis.

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